Freundin betäubt und vergewaltigt: Student gesteht Gräueltaten vor Gericht

Von Britta Schultejans

München - Ein Student aus China steht in München vor dem Landgericht, weil er seine Freundin mit Narkosemitteln betäubt, missbraucht und dabei gefilmt haben soll. Im Prozess sprach er bereits über seine Taten – jetzt stehen die Plädoyers von Staatsanwaltschaft und Verteidigung an.

Ein Student aus China steht vor Gericht, weil er seine Freundin betäubt und missbraucht haben soll. Zu Beginn des Prozesses schwieg er - dann räumte er die Taten ein.  © Malin Wunderlich/dpa

Der 27-Jährige hatte die Vorwürfe vor Gericht eingeräumt. "Ich weiß, dass ich Schlimmes getan habe und dass das schlimme Folgen mit sich gebracht hat", sagte er.

Er sei aber kein Frauenhasser, so der Angeklagte. "Ich liebe dieses Mädchen, aber ich habe sie tief verwundet."

Seine Taten seien "unbedacht, egoistisch, gefährlich, hässlich und ungehobelt" gewesen. "Es ist unverzeihlich."

Gerichtsprozesse München Brutale Misshandlungsvorwürfe, aber keine Verurteilung: Freispruch für JVA-Mitarbeiter

Laut Staatsanwaltschaft war es reiner Zufall gewesen, dass die 1997 geborene Frau bei den Taten des jungen Mannes nicht starb. Der Angeklagte aus China hatte sich nach eigenen Angaben in einer Chatgruppe mit mehr als 1000 Mitgliedern über Betäubungsmöglichkeiten informiert. 

Auf Videos ist nach Ermittlerangaben zu sehen, wie der Mann immer wieder Medikamente nachverabreichte oder ihr Tücher mit Betäubungsmitteln ins Gesicht drückte, um sicherzugehen, dass die Frau während der Vergewaltigungen nicht aufwacht.

Wenn er mit Gleichgesinnten in Chatgruppen über brutale Verbrechen an betäubten Frauen fantasierte, soll er sie "Autos" genannt haben oder "tote Schweine".

In der Sache laufen auch in Deutschland weitere Ermittlungsverfahren. 

Anzeige

Vergewaltigungsprozess in München erinnert an Fall Gisèle Pelicot

Der Angeklagte sitzt zwischen seinem Dolmetscher (l.) und seinem Anwalt Bernhard Welke (r.).  © Malin Wunderlich/dpa

Der Student ist unter anderem wegen versuchten Mordes in sieben Fällen, gefährlicher Körperverletzung, besonders schwerer Vergewaltigung und versuchter Vergewaltigung mit Todesfolge angeklagt – wobei sich der Versuch in dem Fall auf die Todesfolge bezieht. 

Der Fall erinnert an die Französin Gisèle Pelicot, die von ihrem damaligen Ehemann über knapp zehn Jahre immer wieder mit Medikamenten betäubt, missbraucht und Dutzenden Fremden zur Vergewaltigung angeboten worden war.

Mehr zum Thema Gerichtsprozesse München: