Von Frederick Mersi, Benedikt Zinsmeister
München - Er ist mehrfach vorbestraft, seine Telegram-Videos sollen Tausende erreicht haben: Wegen Holocaust-Leugnung und der Verwendung von Nazi-Symbolen ist ein in der Szene international bekannter Verschwörungstheoretiker aus Oberbayern angeklagt worden.
Dem 71-jährigen Deutsch-Kanadier werde unter anderem Volksverhetzung vorgeworfen, teilte die Generalstaatsanwaltschaft München mit.
Die Ermittler gehen demnach bei dem Mann aus dem Landkreis Starnberg von einer "gefestigten antisemitischen, rechtsextremen und fremdenfeindlichen Tatmotivation" aus.
Der 71-Jährige ist den Angaben zufolge bereits mehrfach wegen ähnlicher Taten vorbestraft und hat mit Videos auf Plattformen wie Telegram Tausende Zuschauer gefunden.
Die Generalstaatsanwaltschaft geht von mindestens 40 Fällen aus: So soll der Mann zwischen November 2022 und August 2025 etwa Verschwörungstheorien gegen Juden verbreitet, den Mord an sechs Millionen jüdischen Menschen während der NS-Diktatur geleugnet und verfassungswidrige Symbole wie etwa Hakenkreuze gepostet haben.
"So behauptete der Beschuldigte zum Beispiel, dass der Angriff auf das World Trade Center am 11. September 2001 von Juden organisiert worden sei und, dass Juden die Herrschaft über die Welt übernehmen wollten", hieß es in einer gemeinsamen Pressemitteilung der Generalstaatsanwaltschaft München und des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord.
Zudem habe er behauptet, dass die Gaskammern nach dem Krieg gebaute Kulissen wären.
Mutmaßlicher Holocaust-Leugner sitzt seit Monaten in U-Haft
Der Mann sitzt demnach seit Oktober 2025 in Untersuchungshaft. Die Anklage gegen ihn hat der zentrale Antisemitismusbeauftragte zum Landgericht München II erhoben. Dort muss jetzt darüber entschieden werden, ob es in dem Fall zu einem Prozess kommt.
Bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung gilt die Unschuldsvermutung.