Lebensversicherung als Motiv? Frau versucht Ehemann mit Ameisensäure zu töten

Von Christian Brahmann

Braunschweig - Mordversuch mit Ameisensäure? Eine 27-jährige Frau aus Niedersachsen soll in einer Trennungsphase versucht haben, ihren Mann mit hoch konzentrierter Säure zu töten.

Laut Staatsanwaltschaft soll die 27-Jährige beschlossen haben, ihren Mann zu töten, um an 400.000 Euro aus einer Risikolebensversicherung zu kommen.  © Julian Stratenschulte/dpa

Im Prozess um den mutmaßlichen Mordversuch hat sich die Angeklagte gegen die Vorwürfe gewehrt. Es habe einen Kampf um die Flasche mit der Säure gegeben, sagte die 27-Jährige vor Gericht.

Nach einer Abwehrbewegung sei es dann passiert, berichtete die Frau aus dem niedersächsischen Landkreis Wolfenbüttel, wie es zu den schweren Verletzungen ihres 32-jährigen Ex-Partners gekommen sei. 

Das Opfer erlitt schwerwiegende Verätzungen und erblindete komplett. Wenige Tage vor dem Angriff soll der Ehemann seine Partnerin über seinen Scheidungswunsch informiert haben.

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Laut Staatsanwaltschaft entschloss sich die Frau, ihren Mann zu töten, um an 400.000 Euro aus einer Risikolebensversicherung zu kommen.

Nach Schilderung der Ermittler lockte die Frau ihren Mann im November 2025 unter einem Vorwand in den Keller des Hauses in Schladen. Im Haus lebten auch die beiden gemeinsamen Kinder.

Von hinten soll die Angeklagte ihrem wehrlosen Opfer die Ameisensäure über den Kopf und das Gesicht geschüttet haben. Der Mann rettete sich vor das Haus, wo ein Nachbar Erste Hilfe leistete und den Notruf alarmierte.

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Opfer mehrere Tage im Koma

Die Staatsanwaltschaft wirft der Angeklagten vor, die möglichen Folgen für ihre Tat gekannt zu haben. (Symbolbild)  © Michael Matthey/dpa-Pool/dpa

Durch den Säureangriff erlitt der Mann nach Angaben der Strafverfolger Verätzungen unter anderem an den Augen, am Hals und an den Armen.

Durch die Säureeinwirkung seien die Hornhäute beider Augen zerstört worden, was zur vollständigen Erblindung geführt habe. Wegen der Schwere der Verletzungen und der erheblichen Schmerzen musste der Geschädigte für mehrere Tage ins künstliche Koma versetzt werden. 

Die Staatsanwaltschaft wirft der Frau vor, die möglichen Folgen gekannt zu haben, weil sie sich vorab dazu informiert habe.

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Den Vorwurf eines Mordversuchs aus Heimtücke und Habgier wies die Angeklagte, die seit dem Vorfall in Untersuchungshaft sitzt, zum Prozessauftakt zurück.

"Ich bin immer gut hingekommen mit dem Geld", sagte sie. Es gilt die Unschuldsvermutung. Für den Prozess sind sieben Verhandlungstage bis zum 8. Mai geplant.

Erstmeldung vom 9. April, 10.53 Uhr. Zuletzt aktualisiert: 11.36 Uhr.

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