Landwirt erschlägt Ex-Partnerin mit Eisenrohr: So lange muss er in den Knast

Hildesheim/Edemissen - Das Urteil steht fest: Nach dem grausamen Tod einer 38-jährigen Mutter in Edemissen (Niedersachsen) muss der Ex-Partner nun für 13 Jahre in den Knast. Der Landwirt aus Niedersachsen wurde von dem Landgericht Hildesheim wegen Totschlags und versuchten Mordes verurteilt.

Der 41-jährige Angeklagte (Mitte) vor dem Gericht in Hildesheim.
Der 41-jährige Angeklagte (Mitte) vor dem Gericht in Hildesheim.  © Michael Matthey/dpa

"Es besteht kein vernünftiger Zweifel daran, dass Sie der Täter sind", betonte der Vorsitzende Richter Rainer de Lippe am Dienstag im Gerichtssaal.

Die Staatsanwaltschaft hatte eine lebenslange Gefängnisstrafe für den 41-Jährigen gefordert. Der Angeklagte verzog während des Prozesses keine Miene. Sein Blick ging jedoch immer wieder zum voll besetzten Zuschauerraum. Die zahlreichen Indizien seien erdrückend, hieß es weiter. Derzeit sei das Urteil jedoch noch nicht rechtskräftig.

Der Angeklagte soll laut dem Gericht seine Ex-Partnerin Ende Februar 2025 mit einem Eisenrohr zunächst brutal auf den Kopf geschlagen und sie anschließend die Treppe eines Wohnhauses heruntergestoßen haben. Hierbei erlitt die Dreifachmutter ein Hirntrauma, Knochenbrüche und einen Schädelbruch. Sie starb wenig später an Blutverlust.

Heimtückischer Mord: Ehemann zündet schlafende Frau an - Lebenslange Haft
Gerichtsprozesse Niedersachsen Heimtückischer Mord: Ehemann zündet schlafende Frau an - Lebenslange Haft

Der 41-Jährigen muss neben der Haftstrafe zudem den Eltern, den Kindern und der Schwester des Opfers ein Hinterbliebenengeld von knapp 80.000 Euro zahlen.

Thomas Sörgel, einer der beiden Verteidiger des Angeklagten, kündigte an, Revision gegen das Urteil einlegen zu wollen.

Ex-Partner wollte Opfer zuvor vergiften

In diesem Wohnhaus ereignete sich die tragische Tat.
In diesem Wohnhaus ereignete sich die tragische Tat.  © Christian Brahmann/dpa

Vor der grausamen Tat hatte der Verurteilte versucht, die 38-Jährige mithilfe des Insektizids Parathion in einer Kaffeemaschine zu vergiften. Das Opfer bemerkte jedoch einen unangenehmen Geruch und entschloss sich, den Kaffee nicht zu trinken.

Das Motiv des 41-Jährigen war lange unklar. Vor Gericht hieß es, dass eventuell Unterhalt eine Rolle gespielt haben könnte. Zudem habe der Angeklagte die Kontrolle über seine ehemalige Lebensgefährtin verloren.

Der Mann habe den Wunsch gehabt, sein Leben mit seiner neuen und zudem schwangeren Frau und den Kindern zu verbringen. Seine Ex-Partnerin empfand er dabei "zunehmend als Last".

Schlafende Frau mit Benzin übergossen und angezündet: Prozessauftakt in Braunschweig
Gerichtsprozesse Niedersachsen Schlafende Frau mit Benzin übergossen und angezündet: Prozessauftakt in Braunschweig

Die 38-Jährige sei "tief bestürzt" über die neue Beziehung gewesen. In ihrem WhatsApp-Status schrieb sie laut dem Richter: "Wer mit 40 ein Kind kriegt, ist schon ziemlich peinlich" und bezog sich hierbei auf die Schwangerschaft der neuen Partnerin ihres Ex-Freundes. Dies habe den 41-Jährigen gekränkt. Er habe daraufhin beschlossen, sie zu töten.

Gericht beschreibt grausamen Details der Tat

Nachdem der Giftmord fehlgeschlagen war, fuhr der 41-Jährige mit dem Fahrrad zu der 38-Jährigen. Dabei hatte er sein Handy im Flugmodus, um keine digitalen Spuren zu hinterlassen. Er soll Parathion und eine Spritze dabei gehabt haben, hieß es weiter. Spontan habe er sich jedoch dazu entschieden, das Opfer zu erschlagen. Laut Richter Lippe habe er bei der Tat seine gesamte Wut entladen.

Das Eisenrohr mit dem Blut der Getöteten, einen blauen Einmalhandschuh mit seiner DNA und eines ihrer Spültücher wurden später in einem Brunnen gefunden.

Ein Alibi hatte der Angeklagte nicht. Auch die Online-Suche des Landwirts lieferten wichtige Indizien. Er suchte unter anderem: "Blut rauswaschen", "Parathion", "Rattengift", "Femizid", "wie oft Händewaschen"?

Erstmeldung vom 27. Januar, 13.34 Uhr. Zuletzt aktualisiert: 14.07 Uhr.

Titelfoto: Michael Matthey/dpa

Mehr zum Thema Gerichtsprozesse Niedersachsen: