Krasse Wendung in Cold Case von 1984: Anklage fallengelassen, Beschuldigter frei

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Von Martin Höke

Düsseldorf - Mitten im Cold Case um die Tötung eines Psychologieprofessors aus dem Jahr 1984 hat das Gericht den Haftbefehl gegen den Angeklagten fallengelassen und das Verfahren eingestellt.

Der Angeklagte (63) ist nach der jüngsten Entscheidung wieder auf freiem Fuß.
Der Angeklagte (63) ist nach der jüngsten Entscheidung wieder auf freiem Fuß.  © Oliver Berg/dpa

"Wir konnten nicht mit der nötigen Sicherheit zweifelsfrei feststellen, dass das Opfer zur Tatzeit arg- und wehrlos war", also heimtückisch getötet worden sei, sagte der Vorsitzende Richter Rainer Drees. 

Heimtücke wäre für eine Verurteilung wegen Mordes aber zwingend notwendig gewesen. Weil sich 42 Jahre nach der Tat keine Mordmerkmale rechtssicher hätten feststellen lassen, komme allenfalls eine Verurteilung wegen Totschlags infrage, sagte der Vorsitzende Richter.

Für Totschlag sei aber bereits 20 Jahre nach der Tat - also 2004 - die Verjährung eingetreten. 

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Zuvor hatte der Richter erklärt, es sei eher unwahrscheinlich, dass ein anderer als der Angeklagte die Tat begangen habe.

Der Angeklagte habe seine Fingerabdruck- und DNA-Spuren am Tatort "tatzeitnah" hinterlassen und die Tat einem inzwischen gestorbenen Zeugen zufolge später eingeräumt.

Angeklagter soll 1984 als Prostituierter gearbeitet haben

Nach der Tat aus dem Jahr 1984 sollen Ermittler den Fingerabdruck an einem Teller des Opfers entdeckt haben.
Nach der Tat aus dem Jahr 1984 sollen Ermittler den Fingerabdruck an einem Teller des Opfers entdeckt haben.  © Oliver Berg/dpa

Der 63 Jahre alte Angeklagte, der in Italien festgenommen und nach Deutschland ausgeliefert worden war, kam nach mehreren Monaten Auslieferungs- und Untersuchungshaft auf freien Fuß. Er hatte die Vorwürfe bestreiten lassen. 

Der Professor war im April 1984 in seinem Wohnhaus in Hilden bei Düsseldorf erstochen gefunden worden. 24 Messerstiche in Rücken, Nacken und den rechten Brustbereich wurden damals festgestellt.

Ein Kollege hatte sich Sorgen um den Hochschullehrer gemacht, war zu dessen Wohnhaus gefahren und hatte es gemeinsam mit einer Nachbarin betreten.

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Der Angeklagte war zur Tatzeit 21 Jahre alt und soll damals im Rheinland als Prostituierter gearbeitet haben.

Er war bereits damals in das Visier der Mordkommission geraten: Sein Fingerabdruck war an einem Teller in der Küche des 49 Jahre alten Professors entdeckt worden. 

Titelfoto: Oliver Berg/dpa

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