Kopfschuss vor Bar: Türsteher sagt nach brutaler Tat vor Gericht aus
Von Martin Höke
Düsseldorf - Er soll aus Notwehr gehandelt haben! Das hat der Angeklagte (49) fünf Monate nach Schüssen vor einer Bar vor Gericht erklären lassen.
Die Staatsanwaltschaft wirft ihm dagegen versuchten Totschlag vor. Er soll in der Nacht zum 14. Dezember vor der Bar in Düsseldorf mehrere Schüsse abgefeuert haben.
Ein 54-Jähriger sei dabei lebensgefährlich verletzt worden, ein 19-Jähriger habe einen Schuss in die Hüfte erlitten. Der 54-Jährige erlitt nach Gerichtsangaben einen Hirnschaden und ist heute ein Pflegefall.
Nach Darstellung der Anklage soll der 49-jährige Türsteher dem 54-Jährigen gezielt in den Kopf geschossen haben, als dieser versucht habe, sich an einem parkenden Auto hochzuziehen. Die Verteidiger bestreiten das.
Auslöser der Auseinandersetzung war laut Anklage ein Streit um den Einlass in die bereits volle Bar. Der Türsteher habe zwei jungen Männern den Einlass verweigert. Einer der beiden habe daraufhin seinen Vater verständigt.
Nach Angaben der Verteidigung sei der 54-jährige Vater sehr aggressiv aufgetreten und habe den Türsteher bedroht. "Wenn ich will, bezahlt ihr alle bald Schutzgeld", habe der aufgebrachte Vater gerufen.
Dann habe er eine Pistole gezogen, die der Angeklagte ihm entrissen habe. Daraufhin habe der Vater ein Messer gezogen. Deshalb habe ihr Mandant, der Türsteher, um sein Leben gefürchtet und geschossen.
Titelfoto: Alexandra Balzer/dpa
