Mit Maschinenpistole: Junge Männer überfallen Juwelier, doch Goldhändler wehrt sich

Von Martin Höke

Mönchengladbach - Wegen des Überfalls auf einen Juwelier hat das Landgericht Mönchengladbach drei Angeklagte zu Freiheitsstrafen verurteilt.

Die drei Angeklagten im Alter zwischen 21 und 22 Jahren erhielten vor dem Landgericht Mönchengladbach Haftstrafen.
Die drei Angeklagten im Alter zwischen 21 und 22 Jahren erhielten vor dem Landgericht Mönchengladbach Haftstrafen.  © Martin Höke/dpa

Zwei 22-Jährige erhielten Haftstrafen von acht Jahren beziehungsweise sieben Jahren und neun Monaten wegen schweren Raubes und gefährlicher Körperverletzung. Ein 21-Jähriger bekam vier Jahre Jugendhaft.

Laut Urteil waren die Angeklagten im vergangenen August für die Tat extra aus den Niederlanden angereist. Die mit Motorradhelmen und Sturmhauben maskierten Männer drangen in das Juweliergeschäft ein und attackierten den Goldhändler, doch der wehrte sich. Zudem griffen zwei Angehörige und zwei Kunden ein.

Das Überwachungsvideo des Ladens zeigt, wie einer der Angeklagten von vier Männern in dem Geschäft geschlagen und getreten wird. Der 46 Jahre alte Goldhändler versuchte, einem Täter die Maschinenpistole - einen Kalaschnikow-Nachbau - zu entreißen.

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Bei dem Gerangel löste sich ein Schuss, verletzt wurde dabei niemand. In der Zwischenzeit räumte ein anderer Angeklagter Gold und Schmuck in eine Tasche.

Auch gegen den überfallenen Juwelier wird wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung ermittelt. (Symbolbild)
Auch gegen den überfallenen Juwelier wird wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung ermittelt. (Symbolbild)  © Daniel Karmann/dpa

Auf fixierten Räuber eingetreten: Auch gegen den Goldhändler wird ermittelt

Die Angeklagten waren kurz nach dem Überfall in der Nähe des Ladens festgenommen worden. Im Prozess hatten sie die Tat gestanden.

Auch gegen den Goldhändler wird nun wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung ermittelt, wie der Staatsanwalt am Rande der Verhandlung sagte.

Der 46-Jährige soll nach dem Überfall auf einen von der Polizei bereits am Boden fixierten Räuber eingetreten haben. Das sei im Gegensatz zum vorherigen Geschehen im Laden keine Notwehr mehr.

Titelfoto: Martin Höke/dpa

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