Mord an Uni-Professor: Ermittler glauben an Schuld des angeklagten Ex-Prostituierten

Von Frank Christiansen, Martin Höke

Düsseldorf - Im Prozess um den Mord an einem Psychologieprofessor in Hilden bei Düsseldorf hat das Landgericht eine Zwischenbilanz gezogen.

Vor dem Landesgericht Düsseldorf könnte schon bald ein Urteil rund um den Mord von 1984 fallen. (Symbolbild)  © Martin Gerten/dpa

Demnach sei es "eher unwahrscheinlich", dass ein anderer als der Angeklagte die Tat begangen habe. Der habe seine Fingerabdruck- und DNA-Spuren am Tatort "tatzeitnah" hinterlassen und die Tat einem Zeugen zufolge später eingeräumt, sagte der Vorsitzende Richter.

Vermutlich, um einen anderen Zeugen als Verdächtigen ausschließen zu können, ordnete der Richter die Entnahme einer Speichelprobe bei einem 62-jährigen Mann aus Bottrop an.

Der gab die Probe nach anfänglicher Weigerung in einem Nebenraum des Gerichts ab. Eine Zeugin behauptet, der Mann aus Bottrop habe ihrem Bruder die Tat ebenfalls gestanden. Das Ergebnis soll in wenigen Tagen vorliegen.

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Der Professor war im April 1984 in seinem Wohnhaus in Hilden bei Düsseldorf erstochen worden. 24 Messerstiche in Rücken, Nacken und den rechten Brustbereich wurden damals festgestellt.

Der Angeklagte war bereits damals ins Visier der Mordkommission geraten: Sein Fingerabdruck war an einem Teller in der Küche des Professors entdeckt worden. Dort soll der Wissenschaftler seinen späteren Mörder bewirtet haben. Dieser war zur Tatzeit 21 Jahre alt und soll als Prostituierter gearbeitet haben.

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Deswegen wurde dem Mann, der inzwischen in Italien lebte, Jahrzehnte später eine DNA-Probe abverlangt. Sie passt laut den Ermittlungen zu einer DNA-Spur an der Leiche des Professors und an einem Tuch im Schlafzimmer. Damals hatten diese Spuren noch nicht entschlüsselt und ausgewertet werden können.

Der verwitwete Professor soll mehrfach männliche Prostituierte mit nach Hause gebracht haben. Da weder ein Fenster eingeschlagen noch eine Tür aufgebrochen war, ging die Kripo damals davon aus, dass der Hochschullehrer seinen Mörder selbst hereingelassen und vermutlich gekannt hatte.

Die drei Kinder des verwitweten, alleinerziehenden Vaters wurden durch die Tat zu Vollwaisen.

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