Todesliste und Kopfgeld-Spenden: Mann ruft im Darknet zu Anschlägen auf Politiker auf

Karlsruhe/Düsseldorf - Ein Mann soll im Darknet eine Todesliste mit Politikerinnen und Politikern erstellt und zu Anschlägen auf diese aufgerufen haben.

Der Bundesgerichtshof hat Anklage gegen den Mann erhoben.
Der Bundesgerichtshof hat Anklage gegen den Mann erhoben.  © Uli Deck/dpa

Am 20. März wurde in Düsseldorf Anklage gegen den Verdächtigen erhoben, wie die Bundesanwaltschaft mit Sitz in Karlsruhe am Mittwoch mitgeteilt hat.

Einer Mitteilung der obersten Anklagebehörde Deutschlands zufolge werde dem Mann vorgeworfen, zu Anschlägen auf bekannte Persönlichkeiten aus der Politik aufgerufen und Krypto-Spenden für ein mögliches Kopfgeld gesammelt zu haben.

Er werde demnach verdächtigt, sich der Terrorismus-Finanzierung sowie der Anleitung zur Begehung einer staatsgefährdenden Gewalttat schuldig gemacht zu haben.

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Er habe seit mindestens Mai 2025 in mehreren Fällen "im Darknet zu Attentaten auf namentlich genannte Politiker, Amtsträger und Personen des öffentlichen Lebens in Deutschland" aufgerufen, teilt die Behörde weiter mit. Extra dafür habe er anonym eine Plattform betrieben, auf der er "unter anderem Namenslisten, von ihm selbst ausgesprochene Todesurteile und Anleitungen zum Bau von Sprengsätzen" veröffentlichte.

Wie der "Spiegel" erfahren haben will, standen mehr als 20 Namen auf diesen Todeslisten - darunter der ehemalige Bundeskanzler Olaf Scholz (67, SPD), Altkanzlerin Angela Merkel (71, CDU) sowie weitere Bundesrichter. Zudem seien rechtsextreme, rassistische und verschwörungsideologische Inhalte entdeckt worden.

Verdächtiger wurde schon im November festgenommen

Beamte der des Bundeskriminalamts (BKA) und der Bundespolizei nahmen den Verdächtigen im November in Dortmund fest und brachten ihn zum Bundesgerichtshof nach Karlsruhe. (Archivbild)
Beamte der des Bundeskriminalamts (BKA) und der Bundespolizei nahmen den Verdächtigen im November in Dortmund fest und brachten ihn zum Bundesgerichtshof nach Karlsruhe. (Archivbild)  © Uli Deck/dpa
Weil sich Nutzer hier weitgehend anonym bewegen können, ist das Darknet bei Kriminellen beliebt. (Symbolbild)
Weil sich Nutzer hier weitgehend anonym bewegen können, ist das Darknet bei Kriminellen beliebt. (Symbolbild)  © Nicolas Armer/dpa

Der Mann wurde schon im November von Beamten des Bundeskriminalamts (BKA) und der Bundespolizei in Dortmund festgenommen. Auf Basis eines Haftbefehls eines Ermittlungsrichters am Bundesgerichtshof in Karlsruhe kam er in U-Haft. Die

Das Darknet ist ein Teil des Internets, der nicht über normale Suchmaschinen und Webbrowser erreichbar ist, sondern spezielle Programme erfordert. Weil Nutzer ihre Identität sowie ihren Standort hier weitgehend verschleiern können, haben die Inhalte dort oftmals einen kriminellen Hintergrund.

Erstmeldung: 1. April, 15.13 Uhr; zuletzt aktualisiert: 1. April 15.57 Uhr

Titelfoto: Bildmontage: Uli Deck/dpa (2)

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