Von Frank Christiansen
Düsseldorf - Fast ein Jahr nach dem Terroranschlag auf feiernde Fans von Arminia Bielefeld hat der Attentäter seine Tat gestanden.
Das hat ein psychiatrischer Sachverständiger vor dem Düsseldorfer Oberlandesgericht erklärt. Der Syrer habe demnach die Tötung von Ungläubigen als Teil des Dschihads (Heiliger Krieg) und damit als gerechtfertigt angesehen.
Inzwischen bereue der 36-Jährige die vor zehn Monaten verübte Tat und glaube, zur Tatzeit depressiv gewesen zu sein. Er habe sich in Deutschland einsam und ausgegrenzt gefühlt. Weil er keinen Pass gehabt habe, habe er aber nicht ausreisen können.
Fünf Monate vor der Tat habe er begonnen, Videos der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zu konsumieren. An einem Deradikalisierungsprogramm habe er aber nicht teilnehmen wollen. Er wolle an seinen Werten festhalten.
Die Bundesanwaltschaft hat den mutmaßlichen Attentäter Mahmoud M. wegen vierfachen versuchten Mordes angeklagt. Sie hält den 36-Jährigen für einen IS-Terroristen und den Angriff für einen islamistisch motivierten Terroranschlag. "Er wollte möglichst viele Menschen als Repräsentanten der westlichen Gesellschaft töten."
Vier Fans waren bei dem Angriff mit einem präparierten Gehstock, an den ein Messer mit 18 Zentimeter langer Klinge geklebt war, lebensgefährlich verletzt worden.
Der zur Tatzeit 35-Jährige soll sie am frühen Morgen des 18. Mai 2025 vor einer Bielefelder Bar mit dem Ausruf "Allahu akbar" angegriffen haben.
Die Attackierten hatten vor dem Lokal den Aufstieg des ostwestfälischen Fußballklubs Arminia Bielefeld gefeiert. Nach der Tat konnte der Angreifer flüchten, er wurde aber einen Tag später, am Abend des 19. Mai, in Heiligenhaus bei Düsseldorf festgenommen.