Zugbegleiter tödlich verletzt: Angeklagter bittet um Vergebung, Familie hat ihre Zweifel

Von Birgit Reichert, Wolfgang Jung

Zweibrücken - Im Prozess um den gewaltsamen Tod eines Zugbegleiters in Rheinland-Pfalz hat der Angeklagte die Angehörigen um Verzeihung gebeten.

Die Anklage gegen Ioanni V. (26, 2.v.r.) lautet Körperverletzung mit Todesfolge.  © Uwe Anspach/dpa Pool/dpa

"Aus der Tiefe meines Herzens möchte ich eine große Entschuldigung aussprechen für eine nicht zu entschuldigende Tat und einen Moment blinder Wut", versicherte Ioanni V. durch seine Verteidigerin, die im Landgericht Zweibrücken eine entsprechende Mitteilung verlas.

Es sei ihm bewusst, dass seine Worte das Geschehen nicht rückgängig machen könnten.

"Ich übernehme die volle persönliche Verantwortung", hieß es in der Mitteilung.

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"Auch wenn ich weiß, dass meine Worte Ihren Schmerz nicht erleichtern können, möchte ich mich noch einmal entschuldigen."

Der Vorwurf gegen den Griechen lautet Körperverletzung mit Todesfolge.

Der Anklage zufolge soll der 26-Jährige Anfang Februar dem zehn Jahre älteren Zugbegleiter Serkan Çalar bei einer Fahrkartenkontrolle nahe Landstuhl mehrfach so heftig mit den Fäusten gegen den Kopf geschlagen haben, dass dieser zwei Tage später an einer Hirnblutung starb. Der Fall löste bundesweit eine Debatte über mangelnde Sicherheit im Bahnverkehr aus.

Der Verteidiger der Familie Çalar als Nebenklägerin reagierte auf die Einlassung des Angeklagten mit Skepsis. "Das war für mich keine aufrichtige Entschuldigung. Es war überhaupt gar keine Entschuldigung", sagte Yalçın Tekinoğlu. Die Worte seien "komplett ichbezogen" gewesen.

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Eray Çalar zeigt auf seinem Handy ein Foto seines getöteten Bruders Serkan Çalar (†36). Das Selfie zeigt den Zugbegleiter am Morgen seines Todes.  © Boris Roessler/dpa

Video der Tat im Landgericht gezeigt

Kerzen und Blumen wurden auf dem Landshuter Bahnhof in Gedenken an den getöteten Zugbegleiter abgelegt. (Archivfoto)  © Boris Roessler/dpa

"Was hier den Angehörigen helfen würde, ist, wenn der Angeklagte, und das hat er ja verweigert, Angaben zur Tat machen würde. Das ist zwar sein gutes Recht", meinte Tekinoğlu.

"Aber wenn dort eine aufrichtige Entschuldigung beabsichtigt wäre, wäre es für die Angehörigen hilfreich, wenn die Tat aufgeklärt würde. Und das hat leider der Angeklagte verweigert."

Nach einer kurzen Pause an diesem ersten Prozesstag wurde im Landgericht ein Video gezeigt - aufgezeichnet von der Überwachungskamera im Regionalexpress.

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Als die Tat zu sehen ist, hört man lautes Schluchzen im Saal. Jemand springt auf und schreit "H****sohn", mehrere Zuschauer verlassen den Raum, andere weinen. Am Mittag war die Befragung von Zeugen geplant.

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