Kurz vor seinem Prozessbeginn: Verletzter Häftling flieht aus Klinik
Stendal - Ein Mann, der nach einem Schusswechsel mit der Polizei schwer verletzt war, ist verschwunden - und das kurz vor dem Beginn seines Gerichtsprozesses.
Eigentlich sollte ab dem 19. März am Landgericht Stendal der Prozess gegen einen 33 Jahre alten Mann gehalten werden - doch der Tatverdächtige ist untergetaucht.
Am 28. August 2025 griff er am Bahnhof in Burg bei Magdeburg ein Pärchen an, bevor er auch auf Polizisten losging. Ein Beamter schoss auf den 33-Jährigen, wodurch er schwer verletzt wurde.
Zeitweise wurde sein Zustand als kritisch eingeschätzt. Seitdem befand er sich in medizinischer Behandlung, ursprünglich in Bad Gottleuba in Sachsen und zuletzt wohl auch in Hamburg.
Wie Dr. Michael Steenbuck vom Landgericht Stendal auf TAG24-Anfrage erklärte, sollte sich der 33-Jährige bis zum Prozess in der Klinik aufhalten und danach auch wieder dorthin zurückgebracht werden.
"Nach befristeter Aussetzung des Haftbefehls und Abzug des Bewachungspersonals hat der Angeklagte aber die Flucht aus der Uniklinik ergriffen", so Steenbuck.
Von dem 33-Jährigen fehlt bislang jede Spur. Der Haftbefehl gegen ihn wurde erneut ausgeschrieben, es werde derzeit aktiv gefahndet, hieß es. Aufgrund seines immer noch fragilen Gesundheitszustandes würde derzeit aber keine Gefahr von ihm ausgehen.
Der Flüchtige muss sich vor Gericht unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung, Vergewaltigung und Bedrohung verantworten. Die Einsatzkräfte werden alles versuchen, ihn bis zum Prozessbeginn wieder einfangen können.
Titelfoto: Matthias Bein/dpa
