Prozess zum Magdeburg-Anschlag: Einblicke in Wohnung von Taleb A.

Von Dörthe Hein

Magdeburg - Mit weiteren Zeugenaussagen und Detailarbeit wird der Prozess zum Anschlag auf dem Magdeburger Weihnachtsmarkt fortgesetzt.

Im Prozess um den Anschlag auf den Magdeburger Weihnachtsmarkt sagten am Montag weitere Geschädigte aus.  © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Die Prozessbeteiligten nahmen am 24. Verhandlungstag Karten zu den einzelnen Standorten von mehr als 120 Betroffenen in Augenschein.

Auch Bilder von der Wohnung des Angeklagten wurden gezeigt. Zu sehen waren Räume mit Kartons, Einkaufstaschen und Getränkekisten, Technik und Medikamenten. Kleidungsstücke hingen auf Bügeln an einer Türklinke und über einer Tür.

Zudem werden in dem Prozess weitere Betroffene gehört. Eine 74 Jahre alte Rentnerin beschrieb, wie der Anschlag ihr Leben und das ihres gleichaltrigen Mannes veränderte. Er habe eine schwere Kopfverletzung erlitten, ein Bein sei zertrümmert worden. Ihr Mann habe sein Kurzzeitgedächtnis verloren, brauche heute einen Rollator.

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Dabei seien sie vor dem Anschlag vom 20. Dezember 2024 ein aktives Rentner-Paar gewesen, immer viel unterwegs mit Sport, Tanzen, Englisch-Kursen.

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"Mein Leben hat sich total verändert", sagte die 74-Jährige, die sich selbst mit einem Sprung zur Seite retten konnte. "Ich muss für meinen Mann da sein." Er habe Verlustängste, könne nicht mehr allein sein. Das alles sei schwer für sie zu akzeptieren. Wenn sie an die Tat denke, bekomme sie unheimliche Wut, sie spüre dann Bauchschmerzen, Übelkeit, Kopfschmerzen.

Die Anklage wirft A. unter anderem sechsfachen Mord und versuchten Mord in 338 Fällen vor.

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