Liebes-Terror per Fax: Fieser Stalker verurteilt
Döbeln - Es war ein Beziehungsende mit fatalen Folgen: Nachdem Tino O. (48) und seine Freundin sich getrennt hatten, terrorisierte er die Frau mit Anrufen, Fax-Nachrichten, übelsten Beschimpfungen. Vor dem Amtsgericht Döbeln fand der Angeklagte für seine Handlungen teilweise haarsträubende Begründungen.
Im verflixten siebten Jahr ging die Beziehung von Tino O. in die Brüche. Nach dem Auszug aus der gemeinsamen Wohnung terrorisierte er seine Ex-Freundin verbal auf übelste Weise: So kontrollierte er im Januar 2025 ihren Internetverkehr, indem er das noch vorhandene WLAN-Passwort nutzte.
Damit nicht genug: "Ab diesem Zeitpunkt habe er sie täglich vier- bis fünfmal aufgesucht, sie ständig angerufen und bis zu 40 Nachrichten am Tag verschickt", so das Amtsgericht.
Die Folgen für das völlig verängstigte Opfer waren dramatisch: "Durch die regelmäßigen Kontaktgesuche des Angeklagten erlitt die Geschädigte unter anderem Essstörungen und nahm 14 Kilo ab", so die Staatsanwaltschaft bei der Anklageverlesung am Mittwoch.
Bei einer ersten Einlassung des Verteidigers wurde erklärt, dass Tino durchaus mit seiner Ex-Freundin in Kontakt stand, dies jedoch einvernehmlich gewesen sei.
Angeklager gab schließlich Anklagepunkte zu
Als Richter Wolfgang Dammer (57) den Angeklagten auf den WhatsApp-Verkehr ansprach, wo der Angeklagte sein Opfer unter anderem als "Hure" bezeichnete, gab der Arbeitslose die unfassbare Antwort: "Manche Frauen finden das schön."
Nach einem Rechtsgespräch gab Tino O. schließlich doch sämtliche Anklagepunkte zu - wohl auch, um seinem Opfer eine Aussage vor Gericht zu ersparen.
Letztlich wurde er wegen Nachstellung zu drei Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Außerdem darf er zu seinem Opfer sechs Monate lang keinen Kontakt aufnehmen.
Titelfoto: Robert Preuße
