Mann rammt Mitspieler Messer in Rücken: Blutiger Skat-Streit landet vor Gericht
Plauen/Zwickau - Es begann mit ein paar Runden Skat - und artete in eine Prügelei mit Körperverletzung aus. Deswegen steht Steffen W. (59) seit Montag vor dem Zwickauer Landgericht. Beim Prozessauftakt wurde deutlich, was Alkoholkonsum anrichten kann.
Am 22. Dezember 2025 soll W. im Streit einem Bekannten zur Herausgabe von Geld und Dokumenten aufgefordert haben. Tatort: Die Bahnhofsstraße in Plauen.
"Anschließend soll der Angeklagte mit einem Klappmesser in den Rücken des Zeugen gestochen haben, sodass dieser eine klaffende Wunde im Bereich der Leber und drei Stichwunden von zwei bis drei Zentimetern Tiefe erlitt", so das Landgericht.
Das Ganze soll sich nach mehreren Skat-Runden ereignet haben, woraufhin W. aus bisher unbekannten Gründen ausgerastet sein soll.
W. wurde schon öfter unter Alkoholeinfluss straffällig. Sein Bundeszentralregisterauszug "spricht Bände", so Richter Uwe Zierold (63).
Prozess in Zwickau: Beweislast ist erdrückend
Nach einem Rechtsgespräch wurde Steffen eine Freiheitsstrafe von viereinhalb bis fünf Jahren in Aussicht gestellt, wenn er gesteht - davon zwei Jahre in einer Entziehungsanstalt. Daraufhin berief er sich auf massive Erinnerungslücken, konnte jedoch nicht ausschließen, dass er der Täter ist.
Die Beweislast ist jedenfalls erdrückend: In der Wohnung des Angeklagten wurde das Messer mit Blut des Opfers gefunden. Bei dem Geschädigten entschuldigte er sich am Montag persönlich: "Es tut mir wirklich leid."
Der Prozess wird am Mittwoch fortgesetzt.
Titelfoto: Kristin Schmidt
