Mutmaßlicher Tankstellenräuber in Sachsen vor Gericht: Er bestreitet die Taten
Zwickau - Vermummt, bewaffnet, kurz vor Feierabend: So sollen die Überfälle auf zwei Tankstellen vor mehr als drei Jahren abgelaufen sein. Vor dem Landgericht Zwickau muss sich der mutmaßliche Tankstellenräuber (55) verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft dem vielfach vorbestraften Mann schweren Raub vor. Der 55-jährige Angeklagte – geschieden und Vater von drei Kindern – sitzt derzeit in der JVA Dresden.
Im November 2021 soll der gebürtige Oberpfälzer zuerst eine Tankstelle im Plauen-Park überfallen haben. Laut Anklage bedrohte er die Kassiererin mit einer Pistole.
Unter dem Eindruck der Waffe öffnete die Frau die Kasse, der Täter soll rund 1000 Euro Bargeld mitgenommen haben. Im Dezember 2021 habe sich das Ganze an der Zwickauer HEM-Tankstelle wiederholt – ähnliche Masche, ähnliche Angst, Beute diesmal knapp 500 Euro.
Der geschiedene Familienvater wies zum Prozessauftakt alle Vorwürfe zurück. Er kenne die Tankstellen gar nicht, sagte er. Zur Tatzeit habe er seinen Wagen an einen Bekannten aus Tschechien verliehen. Er selbst sei nach einem Bandscheibenvorfall krankgeschrieben gewesen.
Doch diese Erklärung bekam im Gerichtssaal schnell Risse. Richter Uwe Zierold (62) sagte: "Wir konnten diese Person nicht ausfindig machen, es gibt sie nicht."
Kassiererin erinnert sich: "Ich spüre den Lauf der Pistole heute noch an meiner Seite"
Besonders belastend war die Aussage der damaligen Kassiererin Maria S. (67, Name geändert).
Die Frau wirkte noch Jahre später gezeichnet von dem Überfall. Nach der Tat konnte sie nicht mehr arbeiten. "Es war kurz vor Dienstschluss. Plötzlich stand ein Mann neben mir", sagte sie.
"Ich habe von ihm nur die braunen Augen gesehen." Dann schilderte sie den Moment, der sich eingebrannt hat: "Ich habe vor Angst gebrüllt, spüre den Lauf der Pistole heute noch an meiner Seite."
Der Prozess wird am Donnerstag fortgesetzt.
Titelfoto: Bildmontage: Sven Gleisberg (2)

