Stieftochter jahrelang missbraucht? Vogtländer kämpft gegen Haftstrafe

Zwickau - Mehrfacher sexueller Missbrauch an der eigenen Stieftochter: Dafür wurde Erik W. (56) bereits zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Weil der Mann das Urteil nicht hinnahm, ging es am Dienstag in die zweite Instanz. Mittlerweile gibt es Stimmen, die darauf hindeuten, dass der mutmaßliche Kinderschänder unschuldig sein könnte.

Erik W. (56) am Dienstag bei der Berufungsverhandlung.
Erik W. (56) am Dienstag bei der Berufungsverhandlung.  © Max Baumberg

"Nach den Feststellungen des Amtsgerichtes hatte der Angeklagte in den Jahren 2013, 2015 und 2019 mit seiner Stieftochter, die im Jahre 2013 neun Jahre alt war, mehrfach Geschlechtsverkehr", so das Landgericht Zwickau.

Hierfür wurde der Vogtländer Erik W. vom Amtsgericht Auerbach (Vogtlandkreis) zu drei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt.

Dagegen legte Erik W. Berufung ein. Während sich der Angeklagte beim Prozessauftakt am Dienstag nicht äußern wollte, sagte ein Mann als Zeuge aus, der sich ebenfalls an dem Mädchen vergangen haben soll.

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Dafür wurde er vor mehreren Jahren verurteilt, obwohl er die Tat vehement bestritt.

Mehrere Missbrauchsfälle sollen im vogtländischen Falkenstein vorgefallen sein.
Mehrere Missbrauchsfälle sollen im vogtländischen Falkenstein vorgefallen sein.  © Sven Gleisberg

Prozess wird Mittwoch fortgesetzt

Laut neueren Erkenntnissen vom Anwalt des Zeugen soll sich das Mädchen den Missbrauch aufgrund des Drucks durch ihre Mutter ausgedacht haben.

Auch das Mädchen soll dies gegenüber dem Jugendamt bestätigt haben. Für den Berufungsprozess sind noch sechs Verhandlungstage vorgesehen. Am Mittwoch geht es weiter.

Titelfoto: Max Baumberg

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