Tödlicher Radler-Unfall hat Nachspiel vor Gericht
Döbeln - Als Klaus S. (78) im mittelsächsischen Leisnig unterwegs war, übersah er in einer Linkskurve einen E-Bike-Fahrer (†93). Das Auto streifte den hochbetagten Radler und dieser stürzte. Wenige Wochen später verstarb der Mann im Krankenhaus. Am Döbelner Amtsgericht lief am Dienstag der Prozess wegen fahrlässiger Tötung.
Es war ein Moment der Unachtsamkeit mit fatalen Folgen: Der aus dem Landkreis Leipzig stammende Klaus fuhr mit seinem VW am Morgen des 19. Juni 2025 auf der Jahnstraße in Leisnig. Nach einer Linkskurve traf der Wagen auf den vorausfahrenden Biker, der in gleicher Richtung fuhr. Beim Überholen des Fahrrads touchierte das Auto den Radler und brachte ihn zu Fall.
Klaus hielt sofort an, um sich nach dem Wohlbefinden des Radlers zu erkundigen. Anfangs gab das Unfallopfer Entwarnung. "Es sah nicht so schlimm aus, wie es sich dann herausgestellt hat", so Klaus am Dienstag vor Gericht. Das Unfallopfer erlitt durch den Unfall Knochenbrüche - eine Lungenentzündung war die Folge, an der er im Leipziger Klinikum starb.
Wie konnte das passieren? Nach der Kurve sei er geblendet worden, schilderte Klaus vor Gericht. "Mir tut das unsagbar leid", erklärte er mit brüchiger Stimme. Der 78-Jährige besitzt laut eigener Aussage seit 1964 einen Führerschein und noch nie sei etwas passiert.
Die Richterin befand: "Es war Ihre Pflicht gewesen, besser aufzupassen." Klaus wurde schließlich wegen fahrlässiger Tötung zu einer Geldstrafe von 4000 Euro verurteilt. Von einem Fahrverbot wurde abgesehen: Seit dem Unfall fährt Klaus nur noch als Beifahrer Auto.
Titelfoto: Bildmontage: Ralph Kunz, Max Baumberg