Hohenstein-Ernstthal - Dass eine Unaufmerksamkeit tödliche Folgen haben kann, musste Daniel B. (42) erfahren. Als er mit seinem Auto nach rechts abbiegen wollte, übersah er einen jungen Mann (25) auf seinem Motorrad. Nachdem beide Fahrzeuge kollidiert waren, starb der Biker im Krankenhaus.
Der Unfall ereignete sich am 27. Mai 2025 gegen 16 Uhr in Oberlungwitz. Daniel wollte mit seinem VW nach rechts auf die Limbacher Straße fahren und hielt am Stoppschild an. Doch offensichtlich wartete er nicht lange genug und übersah ein heranfahrendes Suzuki-Motorrad, mit dem das Auto kollidierte. Dabei erlitt der Biker tödliche Verletzungen.
"Es war keine Absicht. Ich habe ihn einfach nicht gesehen", erzählte Daniel am Dienstag vor dem Amtsgericht Hohenstein-Ernstthal. Die Strecke kennt der Maschinenführer gut. Allerdings: "Das Gras war sehr hoch gewachsen" - dadurch soll seine Sicht auf die Fahrbahn eingeschränkt gewesen sein.
Auf die Frage von Richter Peter Schubert (42), wann er das Motorrad gesehen habe, antwortete Daniel: "Erst nachdem es geknallt hat."
Davon abgesehen hatte sich der Angeklagte laut Gericht nichts zuschulden kommen lassen: Es wurde kein Alkohol- oder Drogenkonsum festgestellt und er wurde nie vorher auffällig. Bei den Angehörigen des Opfers entschuldigte er sich während des Prozesses.
Sechs Monte auf Bewährung
Dennoch wurde Daniel wegen fahrlässiger Tötung zu sechs Monaten auf Bewährung verurteilt sowie mit einem zweimonatigen Fahrverbot belegt.
Zudem muss er 2000 Euro an die Hinterbliebenen zahlen. Allerdings: "Kein Geld der Welt kann das wiedergutmachen", so Jurist Schubert.