Migrationsfall sorgt für Wirbel: Togostämmige Familie bleibt in Siegen

Von Yuriko Wahl-Immel und Alina Eultgem

Siegen - Drei gut integrierte togostämmige Frauen und fünf Kinder, die 2020 mit deutschem Pass nach Siegen gekommen waren, bleiben nun doch von einem drohenden Wechsel in ein Flüchtlingszentrum in Karlsruhe verschont.

Die togostämmige Familie darf vorerst in Siegen bleiben und erhält nun eine Duldung.  © Christoph Reichwein/dpa

Die drei Erwachsenen und die fünf Kinder können mit Duldungsstaus in Siegen bleiben, teilten deren Anwälte und die Stadt Siegen der Deutschen Presse-Agentur mit. Die Frauen bekommen zudem eine Arbeitserlaubnis.

Die Politik habe sich nach Medienberichten und öffentlichem Wirbel der Sache angenommen, sagte Klaus Stanek, Büroleiter der Kanzlei Nierenz, die die Familie vertritt.

Hinter dem Fall steckt eine komplizierte Vorgeschichte. Grundlage ist eine Ehe aus dem Jahr 1908 in der damaligen deutschen Kolonie Togo, die bis heute rechtliche Folgen hat.

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Die Familie sollte als "unerlaubt eingereiste Ausländer" nach Karlsruhe verlegt werden, obwohl sie 2020 mit deutschen Reisepässen eingereist war und später auch deutsche Personalausweise erhielt.

Diese wurden jedoch 2021 wieder eingezogen. Stattdessen gab es nur noch eine Bescheinigung der Stadt Siegen über die "Meldung als unerlaubt eingereister Ausländer".

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Trotz Einigung: Fall ist noch nicht vorbei

Das NRW-Oberverwaltungsgericht entschied zuletzt über die rechtliche Einordnung des Falls.  © Guido Kirchner/dpa

Gerichte hatten sich bereits mehrfach mit dem Fall beschäftigt - zuletzt das NRW-Oberverwaltungsgericht im Mai 2025. Dort wurde entschieden, dass die damalige Ehe rechtlich nicht anerkannt war.

Deshalb könne die Familie auch keine deutsche Staatsbürgerschaft über mehrere Generationen ableiten.

Trotz der aktuellen Einigung ist die Sache noch nicht endgültig geklärt. Ziel sei weiter ein dauerhaftes Bleiberecht und später vielleicht auch die Einbürgerung.

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Die Stadt Siegen begrüßt die Lösung. Bürgermeister Tristan Vitt (SPD) sei die Entwicklung der Kinder "sehr wichtig". Insgesamt bedeutete die Entscheidung eine bessere Bleibeperspektive der Familie.

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