Millionenbetrug auf Ibiza: Düsseldorfer vor Auslieferung
Von Emilio Rappold
Madrid - Ein des Betrugs verdächtiger Immobilienentwickler aus Düsseldorf ist nach seiner Festnahme auf der spanischen Baleareninsel Ibiza wieder auf freiem Fuß.
Die Freilassung habe die zuständige Richterin am Nationalen Gerichtshof beschlossen, teilte ein Sprecher der spanischen Justiz der Deutschen Presse-Agentur in Madrid auf Anfrage mit. Zuvor hatte die "Rheinische Post" berichtet.
Der Deutsche steht im Verdacht, bei einem Privatinsolvenzverfahren in großem Stil betrogen zu haben.
Der 61-Jährige war bei einer europaweiten Razzia in seinem Anwesen auf Ibiza festgenommen worden. Er soll nach offiziellen Angaben schon bald an Deutschland ausgeliefert werden.
Die Freilassung sei auf Antrag der Staatsanwaltschaft erfolgt, teilte der Sprecher mit. Der Deutsche habe einen Wohnsitz und eine Telefonnummer angeben müssen, unter denen er erreichbar sein müsse.
Der Beschuldigte habe erklärt, "dass er der Auslieferung zustimmt, sodass sein Transfer nach Deutschland in den kommenden Tagen erfolgen sollte", hieß es.
So soll der Betrug abgelaufen sein
Was steckt hinter dem spektakulären Betrugsverdacht? "Nach dem derzeitigen Stand der Ermittlungen steht ein Schaden im hohen zweistelligen Millionenbereich im Raum", berichtete vergangene Woche Staatsanwalt Hauke Lorenzen von der Staatsanwaltschaft Düsseldorf.
Gegenstand der Ermittlungen sind den Angaben zufolge unter anderem Vorwürfe des Bankrotts, des Betrugs, der Untreue sowie der Verletzung der Buchführungspflicht. Bei den Vorwürfen gehe es vor allem um das Privatinsolvenzverfahren des Hauptbeschuldigten.
Dieser soll vor seinem Eigenantrag auf Eröffnung des Verfahrens wesentliche Vermögenswerte auf andere Personen übertragen haben.
Titelfoto: Clara Margais/dpa
