Missbrauchsfall Münster: 37-Jähriger soll Neunjährigen schwer missbraucht haben

Münster - Im Missbrauchsfall Münster hat die Staatsanwaltschaft eine weitere Anklage erhoben. Sie richtet sich gegen einen Mann (37) aus Wuppertal, der bereits seit Mitte Februar in Untersuchungshaft sitzt.

Die Staatsanwaltschaft hat im Missbrauchskomplex Münster Anklage gegen einen Wuppertaler (37) erhoben, der ein Kind (9) schwer missbraucht haben soll. Im Komplex "Rose" laufen bundesweit Verfahren gegen zahlreiche Beschuldigte.
Die Staatsanwaltschaft hat im Missbrauchskomplex Münster Anklage gegen einen Wuppertaler (37) erhoben, der ein Kind (9) schwer missbraucht haben soll. Im Komplex "Rose" laufen bundesweit Verfahren gegen zahlreiche Beschuldigte.  © Rolf Vennenbernd/dpa

Er soll im März 2019 einen damals neun Jahre alten Jungen in einem Waldstück bei Dülmen schwer sexuell missbraucht haben, wie die Staatsanwaltschaft am Montag mitteilte.

Hauptbeschuldigter in den Verfahren ist ein 28 Jahre alter Münsteraner, der den Jungen, den Sohn seiner Lebensgefährtin, verschiedenen Männern zugeführt haben soll, die den Jungen missbrauchten. Zu den mutmaßlichen Tätern zählte laut den Ermittlungen auch der jetzt angeklagte 37-Jährige.

Der 37-Jährige habe sich bisher nicht zu den Vorwürfen geäußert, erklärte die Staatsanwaltschaft. Bei einer Durchsuchung seiner Wohnung seien mindestens 127 kinderpornografische Bilddateien beschlagnahmt worden.

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Laut Staatsanwaltschaft Münster ist dies die zwölfte Anklage seit Beginn der Ermittlungen im Mai 2020.

Fünf Urteile seien in den Verfahren schon ergangen, zwei davon seien rechtskräftig, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Martin Botzenhardt.

Zuletzt war Mitte Mai die Mutter des missbrauchten Jungen wegen Beihilfe angeklagt worden, weil sie von den Taten gewusst und ihr Kind nicht geschützt habe.

Bundesweit mehr als 40 Tatverdächtige

Zuletzt war Mitte Mai die Mutter des missbrauchten Jungen wegen Beihilfe angeklagt worden, weil sie von den Taten gewusst und ihr Kind nicht geschützt habe.

Parallel zu den Anklageerhebungen liefen die Ermittlungen der Polizei weiter. Es sei aufgrund der bisherigen Erkenntnisse nicht auszuschließen, dass weitere Tatverdächtige im Zuständigkeitsbereich der Staatsanwaltschaft Münster ermittelt würden.

Bundesweit - also auch bei anderen Anklagebehörden - gibt es in dem Tatkomplex inzwischen mehr als 40 Tatverdächtige, rund 30 sitzen in Untersuchungshaft.

Etwa 30 Kinder sollen Opfer geworden sein, besonders häufig der Ziehsohn des 28-jährigen Münsteraners.

Titelfoto: Rolf Vennenbernd/dpa

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