Priester "heiratet" Kind und vergewaltigt es: "Wie Mann und Frau"

Toruń (Polen) - In Polen wurde ein Priester angeklagt, weil er einen Jungen sexuell missbraucht und Gewalt gegen ihn ausgeübt haben soll.

In Polen wurde ein Priester unter anderem wegen sexuellen Missbrauchs eines Minderjährigen angeklagt. Der Junge kam zu ihm auch zur Beichte. (Symbolbild)
In Polen wurde ein Priester unter anderem wegen sexuellen Missbrauchs eines Minderjährigen angeklagt. Der Junge kam zu ihm auch zur Beichte. (Symbolbild)  © 123rf.com/seventyfour74

Nach Erkenntnissen der Bezirksstaatsanwaltschaft Toruń zufolge, begann Pater Jacek W. im Juli 2013, sich mit der Familie des betroffenen Minderjährigen anzufreunden. Offenbar nutzte der Priester auch aus, dass der Junge zu ihm zur Beichte kam.

Schließlich habe der Geistliche sein Opfer dazu gedrängt, Alkohol zu trinken. Er behauptete, er wollte so mit dem Kind die Heilige Messe feiern, schenkte ihm einen am Finger getragenen Rosenkranz und verkündete, dass sie von nun an "Mann und Frau" sein würden, berichtet das polnische Nachrichtenportal Interia.

Außerdem verführte er den Jungen, dessen Alter offiziell nicht bekannt ist, zum Geschlechtsverkehr und zwang ihn immer wieder zu anderen sexuellen Aktivitäten.

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Nach und nach habe der Mann den Jungen in immer größere Abhängigkeit gebracht, indem er ihn auf gemeinsame Reisen mitnahm, ihm Lebensmittel kaufte, Handys schenkte und Besuche beim Friseur finanzierte.

Später sei es neben körperlicher auch zu psychischer Gewalt gekommen. Die Staatsanwaltschaft berichtete von Misshandlungen, Schlägen und Beschimpfungen. Der Priester habe auch die Kleidung des Jungen zerrissen und ihn einmal nackt eingesperrt.

Kirche untersucht den Fall

Jacek W. bekannte sich nicht schuldig und beantwortete auch keine Fragen der Ermittler. Derzeit befinde er sich in Untersuchungshaft und warte auf seinen Prozess. Er sei zu allen Tatzeiten zurechnungsfähig und sich der Bedeutung seiner durchgeführten Aktivitäten bewusst gewesen. Dem Beschuldigten drohen mindestens drei Jahre Gefängnis.

Der Fall wird auch von der polnischen Kirche selbst bearbeitet, eine interne Untersuchung wurde bereits eingeleitet. Vorläufigen Ermittlungsergebnissen zufolge liegen ausreichende Anhaltspunkte dafür vor, dass der Angeklagte die ihm zur Last gelegten Taten "begangen haben könnte".

Die Untersuchungen werden fortgesetzt.

Titelfoto: 123rf.com/seventyfour74

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