Vergewaltigungen nehmen zu: Deutlich mehr sexuelle Übergriffe in Thüringen
Von Marie-Hélèn Frech
Erfurt - Im vergangenen Jahr wurden in Thüringen mehr Straftaten von sexueller Gewalt registriert.
Insgesamt wurden 3602 solcher Fälle registriert, während die Fallzahl 2024 bei 3479 lag, wie aus der polizeilichen Kriminalitätsstatik für 2025 hervorgeht. "Besonders bedauerlich ist natürlich, dass es auch hier zu einem gewissen Anstieg, insbesondere bei Vergewaltigungen, gekommen ist", sagte Innenminister Georg Maier (58, SPD) bei der Vorstellung der Statistik in Erfurt.
Tatsächlich nahm Zahl der Fälle von Vergewaltigungen, sexueller Nötigung und besonders schweren sexuellen Übergriffen demnach um 43 auf 180 zu. Ebenso erfasste die Polizei 543 Fälle sexuellen Missbrauchs von Kindern und damit 100 Fälle mehr als im Vorjahr.
Auch das Internet und soziale Medien spielten im Bereich von Straftaten gegen das sexuelle Selbstbestimmungsrecht eine immer größere Rolle, hieß es.
Zahl der erfassten Straftaten zurückgegangen
Im Bereich der Gewaltkriminalität gab einen Anstieg um 220 auf insgesamt 5198 registrierte Fälle. Es seien fünf Prozent mehr gefährliche und schwere Körperverletzungen erfasst worden, erklärte der neue Präsident des Landeskriminalamts (LKA), Dirk Löther. Die Zahl der Straftaten gegen das Leben bewegte sich den Angaben nach mit 50 auf einem ähnlichen Niveau wie im Vorjahr.
Die Polizei ermittelt in diesem Bereich unter anderem wegen vier Morden und fünf Mordversuchen, wegen sieben Fällen von Totschlag und 16 Versuchen, sowie 16 Fällen, bei denen fahrlässige Tötung im Raum stand.
Insgesamt aber sei die Zahl der erfassten Straftaten in Thüringen 2025 im Vergleich zum Vorjahr deutlich zurückgegangen, betonte Maier. So habe die Polizei insgesamt 145.167 Straftaten registriert und damit rund 11.000 weniger als 2024.
Titelfoto: Fabian Sommer/dpa