Acht Jahre nach Massen-Entführung: 43 Studenten für tot erklärt

Mexiko-Stadt - Acht Jahre nach der Verschleppung von 43 Studenten in Mexiko hat die Regierung die jungen Männer für tot erklärt.

Die Eltern der verschwundenen Studenten hatten jahrelang auf ein gutes Ende gehofft.
Die Eltern der verschwundenen Studenten hatten jahrelang auf ein gutes Ende gehofft.  © EPA/Jose Mende/dpa

Alle Hinweise deuteten auf diese "traurige Realität" hin, sagte der Staatssekretär für Menschenrechte, Alejandro Encinas, am Donnerstag. Das sei den Angehörigen der Studenten bei einem "schmerzhaften Treffen" mit Präsident Andrés Manuel López Obrador mitgeteilt worden.

Bislang hatte die mexikanische Regierung stets zugesagt, die verschwundenen jungen Männer unter der Annahme zu suchen, dass sie noch leben.

Seit ihrem Verschwinden riefen die Eltern bei Kundgebungen immer wieder: "Lebend habt ihr sie uns genommen, lebend wollen wir sie zurück." Bislang wurden allerdings nur Knochenfragmente von drei der Vermissten identifiziert.

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Korrupte Polizisten hatten die Studenten des Lehrerseminars Ayotzinapa in Iguala im Bundesstaat Guerrero im September 2014 verschleppt und dem Verbrechersyndikat Guerreros Unidos übergeben. Die Hintergründe der Tat sind noch immer nicht vollständig aufgeklärt.

Ersten Ermittlungen zufolge waren die Studenten getötet und auf einer Müllkippe verbrannt worden. Unabhängige Untersuchungen verwarfen diese Version allerdings.

Demonstranten erinnerten 2017 an die 43 verschwundenen Studenten.
Demonstranten erinnerten 2017 an die 43 verschwundenen Studenten.  © Cristopher Rogel Blanquet/El Universal via ZUMA Wire/dpa

Die von der damaligen Regierung verbreitete Version sei weiterhin falsch, sagte Encinas. Er sprach von einem Staatsverbrechen, an dem auch Vertreter verschiedener Institutionen beteiligt waren.

Die Ermittlungen sollen fortgesetzt werden.

Titelfoto: Bildmontage:EPA/Jose Mende/dpa, Cristopher Rogel Blanquet/El Universal via ZUMA Wire/dpa

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