Bundeswehrsoldat erschießt vier Menschen: Hatte sich die Tat angekündigt?

Scheeßel/Bothel - Vor der Tötung von vier Menschen im Landkreis Rotenburg haben die Noch-Ehefrau und ihr neuer Freund den Tatverdächtigen angezeigt.

Blumen und Kerzen stehen vor einem Haus in Westervesede in der Gemeinde Scheeßel, wo es zu den tödlichen Schüssen kam.
Blumen und Kerzen stehen vor einem Haus in Westervesede in der Gemeinde Scheeßel, wo es zu den tödlichen Schüssen kam.  © Focke Strangmann/dpa

Die Strafanzeige sei vor Kurzem wegen einer möglichen Bedrohung erfolgt, sagte ein Sprecher der Polizei Rotenburg am Sonntag.

Danach gab es eine sogenannte Gefährderansprache, so Polizeisprecher Heiner van der Werp. Dem 32 Jahre alten Bundeswehrsoldaten hätten also Polizisten die Situation erklärt und mögliche Konsequenzen geschildert. "Also eine deeskalierende Maßnahme".

Die genauen Inhalte des Gesprächs kannte der Sprecher nicht. "Alles andere wird jetzt im Anschluss an die Taten natürlich überprüft", sagte van der Werp. Weitere Anzeigen gegen den Verdächtigen seien ihm nicht bekannt, weshalb sie aber nicht auszuschließen seien.

29 Jahre nach Tod von Manuela: Mit diesen Plakaten hofft die Polizei den Fall aufzuklären
Mord 29 Jahre nach Tod von Manuela: Mit diesen Plakaten hofft die Polizei den Fall aufzuklären

Das Motiv sowie weitere Hintergründe blieben weiter unklar. Der Verdächtige soll am Freitag in Westervesede, einer Ortschaft der Gemeinde Scheeßel, und in dem zur Samtgemeinde Bothel gehörenden Bockel vier Menschen erschossen haben – darunter ein Kind.

Zum Stand der Ermittlungen gab es am Sonntag seitens der Staatsanwaltschaft Verden und der Polizei keine Angaben, ebenso zu den Beziehungen des Verdächtigen zu den Opfern.

Der Tatverdächtige soll sich am Freitagmorgen an der Von-Düring-Kaserne in der Stadt Rotenburg (Wümme) gestellt haben und kam am Freitagnachmittag in Untersuchungshaft. Ob er sich zur Tat geäußert hat, war zunächst nicht bekannt.

Titelfoto: Focke Strangmann/dpa

Mehr zum Thema Mord: