Von Helmut Reuter und Jana Steger
Rostock - Das Gewaltverbrechen an dem achtjährigen Fabian aus Güstrow in Mecklenburg-Vorpommern ist nach Angaben eines Fallanalytikers eine geplante Tötung gewesen.
Die sogenannte Täterschaft habe die Umstände des Opfers am Tattag in Erfahrung bringen können, ausgenutzt und dann aus persönlichen Motiven die Tat ausgeführt. Der Sachverständige benutzte den neutralen Oberbegriff Täterschaft.
"Wir gehen davon aus und halten es für wahrscheinlich, dass der Junge arglos war", sagte der Sachverständige. Das Team berücksichtigte auch ein Foto einer Zeugin, das ein Feuer am Auffindeort der Leiche zeigt. Auch dort war der Analytiker sicher: "Wir sehen hier den Jungen brennend liegen."
Aus Sicht der Fallanalytiker handelt es sich um eine Beziehungstat, bei der mit "hoher bis sehr hoher Wahrscheinlichkeit" ein persönliches Motiv zugrunde lag.
Fabians Mutter, die als Nebenklägerin an dem Prozess teilnimmt, verließ zwischenzeitlich den Saal, als Fotos von ihrem Sohn gezeigt wurden. Bei der operativen Fallanalyse geht es um die Analyse der Tat, wie diese abgelaufen sein könnte und welche Ermittlungsansätze sich daraus ergeben.
Mordfall Fabian (†8): Auch zwei Polizisten sollen am Freitag aussagen
Neben dem Experten für die operative Fallanalyse sollen zudem voraussichtlich noch weitere Zeugen am Freitag gehört werden. Aussagen sollen zwei weitere Polizisten, die an den Ermittlungen zum Mord an Fabian beteiligt waren.
Laut Anklage wurde Fabian am 10. Oktober getötet. Die Staatsanwaltschaft wirft der 30-jährigen Angeklagten vor, das Kind an dem Tag mit sechs Messerstichen getötet und den Leichnam anschließend in Brand gesetzt zu haben.
Die Frau schweigt bislang zu den Vorwürfen, will sich aber nach Angaben ihrer Verteidiger Anfang August äußern.
Erstmeldung: 6.25 Uhr. Aktualisiert: 12.01 Uhr.