Nach Tod von Stade-Schütze im Gefängnis: CDU fordert Aufklärung
Von Mirjam Uhrich
Stade - Nach dem Tod des Mannes, der in Stade sechs Menschen erschossen haben soll, fordert die Opposition im niedersächsischen Landtag Aufklärung. Der 45-Jährige starb in der Untersuchungshaft.
"Die Justizministerin muss jetzt lückenlos darlegen, wann welche Hinweise auf eine mögliche Selbstgefährdung vorlagen, wie diese bewertet wurden, welche Schutzmaßnahmen angeordnet waren und ob sie tatsächlich eingehalten wurden", teilte Carina Hermann (41) mit, die Parlamentarische Geschäftsführerin der CDU-Landtagsfraktion.
Der 45-Jährige soll Ende Juni in einer Mutter-Kind-Einrichtung sechs Menschen getötet haben. Ein Mitarbeiter der Justizvollzugsanstalt Bremervörde fand den Verdächtigen laut niedersächsischem Justizministerium am Dienstagmorgen tot in seiner Zelle.
Die Ermittler gehen von Suizid aus, es gebe keinen Hinweis auf ein Verbrechen.
CDU-Fraktion wirft Justizministerin "schwerwiegende Pannen" vor
"Dass der Beschuldigte nun tot in seiner Zelle aufgefunden wurde, nimmt den Angehörigen auch die Möglichkeit, die vollständige strafgerichtliche Aufarbeitung der Tat zu erleben", kritisiert Hermann.
Die CDU-Fraktion wirft Niedersachsens Justizministerin Kathrin Wahlmann (48, SPD) eine "Serie schwerwiegender Pannen" vor. Zuletzt stand die SPD-Politikerin nach einer zwischenzeitlichen Flucht eines verurteilten Mörders aus dem Gefängnis in der Kritik.
Außerdem bemängelt die Opposition, dass wichtige Führungspositionen im Ministerium nicht besetzt seien.
"Diese Häufung von Pannen und nicht erklärbaren Vorgängen ist der Öffentlichkeit nicht länger zu vermitteln", teilte Hermann mit.
Titelfoto: Shireen Broszies/dpa
