Magdeburg - Fast zehn Jahre nach dem Tod des FCM-Fans Hannes S. (†25) wird der Fall neu aufgerollt. Polizei und Staatsanwaltschaft haben die Ermittlungen wieder aufgenommen.
Hannes war am 1. Oktober 2016 gemeinsam mit weiteren Fans des 1. FC Magdeburg in Haldensleben in einen Regionalzug gestiegen. Darin befand sich bereits eine größere Gruppe von Anhängern des Halleschen FC.
Während der Fahrt kam es zu einer Auseinandersetzung. Der 25-Jährige stürzte aus dem fahrenden Zug und erlitt schwerste Verletzungen. Elf Tage später starb er.
Was damals genau geschah, konnte nie abschließend geklärt werden. Das Verfahren wurde eingestellt.
Nun prüfen die Ermittler den Fall erneut – und zwar wegen des Verdachts eines vorsätzlichen Tötungsdelikts.
Auslöser sind laut Polizei unter anderem Recherchen des im Juli veröffentlichten Podcasts "Der Zug – Wie starb Hannes?". Dort bekannt gewordene Hinweise würden derzeit mit den damaligen Ermittlungsergebnissen abgeglichen.
Frühere Zeugen sollen sich wieder melden
Bemerkenswert: Noch am 19. August hatte die Polizeiinspektion Magdeburg auf TAG24-Anfrage erklärt, nach Veröffentlichung des Podcasts seien bei der ermittelnden Dienststelle "bislang keine neuen Erkenntnisse" eingegangen.
Eine Zusammenarbeit mit den Podcast-Macherinnen habe es ebenfalls nicht gegeben.
Jetzt stehen insbesondere mögliche Beteiligte und der damalige Ablauf im Zug im Fokus. Auch konkrete Hinweise aus der halleschen Ultra-Szene werden geprüft.
Die Polizei bittet zudem erneut um Zeugenhinweise – ausdrücklich auch von Menschen, die bereits damals ausgesagt haben oder erst später etwas über die Geschehnisse erfahren haben.
Hinweise werden unter Telefon 0391/5461010 sowie über das Hinweisportal der Polizei entgegengenommen