Barcelona - Der Sohn vom verstorbenen Mango-Gründer Isak Andic (†71) wurde festgenommen. Jonathan Andic (45) steht anderthalb Jahre nach dem Tod des Milliardärs unter Mordverdacht. Seine Familie hofft, dass die Ermittlungen seine Unschuld beweisen.
Eigentlich wurde der Tod des Gründers des weltweit erfolgreichen spanischen Modekonzerns Mango am 14. Dezember 2024 als tragischer Bergunfall betrachtet. Nun steht laut der spanischen Zeitung "La Vanguardia" der Sohn von Isak Andic unter Mordverdacht. Der 45-Jährige wurde am Dienstag in seiner Wohnung festgenommen, berichtet "El País".
Noch heute soll der Verdächtige einem Untersuchungsrichter in Barcelona vorgeführt werden.
Er habe als Zeuge widersprüchliche Aussagen gemacht. Diese hätten sich mit den Erkenntnissen der Spurensicherung von vor Ort nicht gedeckt.
Vater und Sohn waren damals zu zweit auf der Wanderung bei Barcelona unterwegs gewesen, als der milliardenschwere Unternehmer mittags plötzlich in den Salpeterhöhlen von Collbató ausgerutscht und rund 150 Meter in die Tiefe gefallen war.
Dass der Mango-Gründer, der als begeisterter Bergsteiger und Wanderer galt, ohne Fremdeinwirkung am Berg zu Tode kam, wird seit einiger Zeit bezweifelt. Man verdächtigt Jonathan, beim Sturz seines Vaters nachgeholfen zu haben. Zudem soll er die Absturzstelle einige Tage zuvor angeblich ausgekundschaftet haben. Er selbst beteuerte stets seine Unschuld und sprach von einem Unfalltod.
Bereits im September hatte eine Untersuchungsrichterin offizielle Ermittlungen eingeleitet.
Sohn von Mango-Gründer unter Mordverdacht
Dabei untersuchte die Polizei auch das Mobiltelefon des Opfers, bei dem es sich um ein Firmenhandy des Mango-Konzerns handelt. Die Ermittler wollten damit nicht nur die Wanderung von Vater und Sohn rekonstruieren, sondern auch über WhatsApp-Chats die Beziehung zwischen den beiden beleuchten.
Die Lebensgefährtin von Isak Andic, die Profigolferin Estefania Knuth, habe laut der in Madrid erscheinenden Zeitung "El País" ausgesagt, dass die Beziehung zwischen Isak und Jonathan in den Wochen vor dem tödlichen Unglück sehr schlecht gewesen sei.
Stichhaltige Beweise, die den Sohn des Mango-Gründers in Verbindung mit dem Tod seines Vaters bringen, seien allerdings bislang nicht gefunden worden. Ein Gerichtssprecher in Barcelona hielt sich mit genauen Informationen noch zurück, da der Fall noch unter Verschluss sei.
Andics Familie steht derweil hinter Jonathan. Sie seien überzeugt, dass er keine Schuld am Tod des 71-Jährigen hat. Man wolle mit den Ermittlungsbehörden kooperieren und hoffe auf einen schnellen Abschluss des Verfahrens, an dessen Ende "die Unschuld von Jonathan Andic bewiesen wird".
Isak Andic, stammte aus einer jüdischen Familie und wurde 1953 in Istanbul geboren. Im Alter von 14 Jahren zog er dann mit seiner Familie nach Spanien, eröffnete 1984 in Barcelona den ersten Mango-Laden. Schnell entwickelte sich sein Unternehmen zu einer der größten Bekleidungsketten in Europa.
Sein Konzern "Mango" betreibt heute mehr als 2700 Geschäfte in 120 Ländern. Andic galt mit einem geschätzten Vermögen von rund drei Milliarden Euro als einer der reichsten Männer Spaniens. Seine drei Kinder Jonathan, Judith und Sarah sind laut Nachlass seine Haupterben.
Originalmeldung von 11.03 Uhr, zuletzt aktualisiert um 11.39 Uhr.