62 Frauen mit Gewalt zur Prostitution gezwungen: Skrupellose Bande in Haft

Mannheim - Schlag gegen die Organisierte Kriminalität: Eine fünfköpfige Bande soll Frauen aus Lateinamerika eingeschleust und unter Gewaltandrohung zur Prostitution gezwungen haben.

Dutzende Frauen sollen zur Prostitution gezwungen worden sein. (Symbolfoto)  © Hauke-Christian Dittrich/dpa

Die Staatsanwaltschaft Heidelberg und die Polizei Mannheim gaben am Freitag Details zu dem umfangreichen Verfahren bekannt. Drei Männer und zwei Frauen im Alter zwischen 24 und 46 Jahren sitzen seit Kurzem in Untersuchungshaft.

Ihnen werden bandenmäßiges Einschleusen von Ausländern, Zuhälterei sowie großflächiger Drogenhandel vorgeworfen.

Spätestens seit November 2024 soll die Gruppierung Frauen aus Kolumbien und Brasilien nach Deutschland gelockt haben, um sie insbesondere im süddeutschen Raum zur Prostitution zu zwingen.

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Dabei gingen die Tatverdächtigen offenbar mit großer Härte vor. Um die Frauen gefügig zu machen, wurden ihnen ihre Ausweisdokumente abgenommen oder massiv mit Gewalt gedroht.

Bisher konnten die Ermittler 62 betroffene Frauen identifizieren.

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Gruppe auch im Drogengeschäft aktiv

Neben der Ausbeutung der Frauen war die Bande offenbar auch in den Drogenhandel verstrickt. Vier der fünf Verdächtigen sollen mit Marihuana und Haschisch im mittleren zweistelligen Kilogrammbereich sowie mit mindestens fünf Kilogramm Kokain gehandelt haben.

Bei den durch die Staatsanwaltschaft angeordneten Durchsuchungen stießen die Beamten auf zahlreiche Ausweisdokumente der eingeschleusten Frauen, mehrere scharfe Schusswaffen sowie eine Bargeldsumme im fünfstelligen Bereich.

Das Amtsgericht Heidelberg erließ Haftbefehle gegen alle fünf Beschuldigten. Sie wurden bereits in verschiedene Justizvollzugsanstalten eingeliefert. Die Ermittlungen der Kriminalpolizei Heidelberg dauern an.

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