Ärzte wollen Unfallopfer behandeln, dann wird eine Schaulustige zum Problem

Ludwigsburg - Schaulustige haben am heutigen Freitag einen Notarzt-Einsatz in Ludwigsburg behindert.

Die Ludwigsburger Polizei hatte es nach einem Unfall mit Schaulustigen zu tun. (Symbolbild)
Die Ludwigsburger Polizei hatte es nach einem Unfall mit Schaulustigen zu tun. (Symbolbild)  © Robert Michael/dpa

Eine Notärztin sowie der Rettungsdienst mussten zu einem Einsatz in die Bottwartalstraße in Ludwigsburg ausrücken, nachdem ein 32-jähriger Arbeiter vom Müllfahrzeug gestürzt war und sich dabei schwere Verletzungen zugezogen hatte.

Auf die Mediziner wartete vor Ort jedoch eine weitere Herausforderung. Laut Polizeiangaben wurde gegen 10.45 Uhr die Unterstützung der Polizei angefordert, da die Rettungsmaßnahmen von Schaulustigen behindert wurden.

Beim Eintreffen der ersten Streifenwagenbesatzung wurde das Unfallopfer nach wie vor notärztlich versorgt.

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Eine 52-jährige Frau ging auf der gegenüberliegenden Straßenseite an der Unglücksstelle vorbei, blieb stehen und knipste mit ihrem Smartphone mehrere Nahaufnahmen des hilflosen Schwerverletzten sowie der Notärztin und eines Rettungssanitäters.

Gafferin muss mit rechtlichen Konsequenzen rechnen

Das Handy der Frau wurde daraufhin vorübergehend von den Einsatzkräften beschlagnahmt, bis die Bilder gesichtet und endgültig vom Gerät gelöscht wurden.

Anschließend wurde ein Platzverweis gegen die Dame ausgesprochen. Der verletzte 32-Jährige wurde vom Rettungsdienst in ein Krankenhaus gebracht. Die Bottwartalstraße musste bis gegen 11.40 Uhr zur Versorgung des Verletzten und zur Aufnahme des Sachverhalts für den Verkehr gesperrt werden.

Gegen die 52-Jährige wurde wegen der Fotos von der Unglücksstelle ein Ermittlungsverfahren wegen der Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereiches durch Bildaufnahmen eingeleitet.

Titelfoto: Robert Michael/dpa

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