Amok-Alarm an Gymnasium in Oberbayern: Pistole des Täters versagte nach einem Schuss

Schongau - Bei einem mutmaßlichen Amoklauf an einem Gymnasium in Oberbayern sind zwei 13 Jahre alte Mädchen schwer verletzt worden.

Einsatzfahrzeuge stehen vor dem Welfen-Gymnasium in Schongau.  © Christoph Peters/Münchner Merkur/tz/dpa

Wie die Polizei am Mittwoch mitteilte, wurde ein 16 Jahre alter ehemaliger Schüler des Gymnasiums festgenommen. Der Teenager sitzt in Untersuchungshaft. Laut Polizei gibt es Hinweise auf eine Amoktat. Der Jugendliche hatte ein Messer und eine Pistole dabei.

Der Täter gab laut Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (56, CSU) einen Schuss ab, der niemanden verletzte. Dann habe die Schusswaffe versagt.

Dann habe der 16-Jährige ein Messer gezogen. Lehrkräfte und Polizei hätten den Täter wenig später überwältigt und gestoppt.

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Mindestens zwei 13 Jahre alte Mädchen wurden schwer verletzt und in ein Krankenhaus gebracht, bestätigte eine Sprecherin der Polizei. Es handelt sich um Schülerinnen des Gymnasiums. Beide Verletzte befinden sich inzwischen außer Lebensgefahr.

Die Polizei wurde um 12.50 Uhr wegen einer Gewalttat zum Welfen-Gymnasium im Dornauer Weg in Schongau alarmiert. Auch sechs Hubschrauber waren am Einsatz beteiligt, vier davon von der ADAC-Luftrettung, sagte ein Sprecher. Einer der vier Helikopter war zur Versorgung von Verletzten genutzt worden.

Der Vorfall habe sich teilweise auf dem Schulgelände und in unmittelbarer Nähe des Gymnasiums ereignet.

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Täter war in psychiatrischer Behandlung: Schwer verletzte Mädchen wohl Zufallsopfer

Die Polizei war mit einem Großaufgebot vor Ort.  © Lennart Preiss/dpa

Der mutmaßliche Täter befand sich zunächst auf der Flucht, konnte dann aber gefasst werden.

Laut Innenminister Joachim Herrmann (69, CSU) befand sich der Jugendliche in der Vergangenheit in psychiatrischer Behandlung. Demnach hat der 16-Jährige die kroatische Staatsbürgerschaft und wohnte zuletzt bei seinen Eltern.

Sein Motiv bleibt zunächst unklar. Ob es zwischen ihm und den beiden verletzten Mädchen eine Vorbeziehung gab, ist Gegenstand der Ermittlungen.

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"Die beiden Opfer, die schwerstverletzten Mädchen, sind nach unserer Einschätzung zufällige Opfer, die in dem Moment in seine Schreckensbahn gekommen sind. Wir gehen von einer Amoktat aus eines Einzeltäters", sagte Dobrindt.

Und: "Wir gehen weiter davon aus, dass es sich um eine psychische Ausnahmesituation gehandelt hat."

Augenzeugin berichtet: "Gehofft, dass der uns nicht bemerkt"

Eine 13-jährige Schülerin berichtete von der schockierenden Tat. "Meine Beine sind ganz schwach geworden", sagte das Mädchen. "Ich habe gar nicht mehr gewusst, wie ich jetzt reagieren soll, ob ich irgendwie kurz nach Hilfe rufen soll oder einfach mich ganz leise verhalten soll."

Sie habe sich mit zwei Freunden für die zweite Variante entschieden. "Wir haben dann einfach weggeschaut und gehofft, dass der uns nicht bemerkt."

Die beiden verletzten Mädchen seien in ihrer Parallelklasse.

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Bilder von der Einsatzlage in Schongau

Das Unterstützungskommando (USK), spezialisierte Kräfte der bayerischen Polizei, ist am Einsatzort.  © Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Schwerbewaffnete Polizisten stehen am Welfen-Gymnasium.  © Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Mehrere Menschen wurden bei dem mutmaßlichen Amoklauf verletzt.  © Lennart Preiss/dpa
Knapp 13.000 Menschen leben in der oberbayerischen Kleinstadt Schongau.  © Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Vieles deutet laut Polizei auf eine Amoklage hin.  © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Verletzte an Gymnasium in Schongau: Anlaufstelle für Eltern eingerichtet

Zahlreiche Rettungskräfte sind vor Ort im Einsatz.  © Lennart Preiss/dpa

Für Angehörige und Eltern von Schülern wurde inzwischen eine Anlaufstelle am Feuerwehrhaus in der Bahnhofstraße 46 in Schongau eingerichtet.

Etwa 800 Schüler besuchen das betroffene Gymnasium in der 13.000-Einwohner-Kleinstadt Schongau. In direkter Nachbarschaft gibt es auch eine Grund-, Mittel- und Realschule.

"Unsere Gedanken und Gebete sind bei den Verletzten der Amoktat von Schongau", sagte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (59, CSU). "Solch eine schreckliche Tat reißt nicht nur sichtbare, sondern auch viele unsichtbare Wunden. Die Heilung der Seelen wird lange dauern."

"Wir erleben schreckliche Stunden hier in Schongau", sagte Innenminister Alexander Dorbindt, in dessen Bundestagswahlkreis Schongau liegt. "Wir stehen schockiert vor dieser irrsinnigen Tat."

Die Einsatzkräfte mahnten Bewohner, den Bereich um den Dornauer Weg 21 zu meiden.

Erstmeldung von 13.55 Uhr; letzte Aktualisierung 21.55 Uhr.

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