Amoklauf an Gymnasium: Wie geht es nach den "schrecklichen Stunden" in Oberbayern weiter?
Schongau - Nach dem von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (56) als "Amoktat eines Einzeltäters" bezeichneten Vorfall am Welfen-Gymnasium im oberbayerischen Schongau geht am Donnerstag der Unterricht wieder weiter. Doch an Dienst nach Vorschrift ist nach so einem Vorfall nicht zu denken.
Das ist auch dem zuständigen Landratsamt bewusst und so werde ein Kriseninterventionsteam bereitstehen.
Sie sollen für Gespräche mit Schülern und Lehrern vor Ort sein, um die Ereignisse vom Mittwoch verarbeiten zu können.
Offenbar hatte ein 16-jähriger Ex-Schüler des Gymnasiums im Dornauer Weg versucht, ein Schulmassaker anzurichten.
Mit einer Pistole bewaffnet betrat er gegen 12.50 Uhr das Gelände und feuerte einen Schuss ab. Dieser verletzt jedoch niemanden. Unmittelbar danach versagte die Waffe ihren Dienst.
Der Täter griff daraufhin zu seinem Messer und attackierte damit zwei 13 Jahre alte Mädchen.
Diese wurden schwer verletzt und schwebten zwischenzeitig beide in Lebensgefahr. Mit einem Rettungshubschrauber musste beide in die Klinik geflogen werden.
Dobrindt reist in seinen Wahlkreis: "Wir stehen schockiert vor dieser irrsinnigen Tat."
Die Mädchen konnten inzwischen stabilisiert werden. Ein Großaufgebot von Polizei, USK und Rettungsdienst war bei dem Vorfall in dem 12.000 Einwohner-Ort im Einsatz.
Sechs Hubschrauber waren in der Luft. Der mutmaßliche Täter befand sich kurz nach der Messerattacke auf der Flucht, konnte dann aber von Lehrkräften und Polizei gemeinsam überwältigten werden.
Der Jugendliche soll sich in einer "psychischen Ausnahmesituation" befunden haben. Offenbar war er bereits zuvor stationär in Behandlung und hatte vorher bereits Drohungen ausgesprochen.
Wie er an die Schusswaffe kam und welches Motiv er für seine geplante Tat hatte, muss noch untersucht werden.
Der 16-Jährige kam inzwischen in Untersuchungshaft. "Wir erleben schreckliche Stunden hier in Schongau", so Alexander Dobrindt (CSU).
Er war am Tattag zur Schule in seinem Bundestagswahlkreis angereist. "Wir stehen schockiert vor dieser irrsinnigen Tat." Auf dem Gymnasium sind rund 800 Schülerinnen und Schülern sowie 80 Lehrkräfte.
Titelfoto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

