Betrüger prellen Rentner (92) um Wahnsinnssumme: Ein Beteiligter gibt der Polizei Rätsel auf

Büdingen - Einem ganz besonders dreisten und schwerwiegenden Fall von Betrug muss sich derzeit die Polizei in Mittelhessen widmen. Ein Rentner wurde durch einen sogenannten Schockanruf zur Übergabe einer gewaltigen Geldsumme überredet.

Durch einen sogenannten Schockanruf war der 92-Jährige zur Geldübergabe bewogen worden. (Symbolfoto)
Durch einen sogenannten Schockanruf war der 92-Jährige zur Geldübergabe bewogen worden. (Symbolfoto)  © 123RF/sifotography

Es fing alles so an, wie man es von der mittlerweile etablierten Betrugsmasche kennt. Am Montagmittag erreichte einen 92 Jahre alten Mann aus Büdingen im Wetteraukreis ein dramatischer Anruf. Gegen 12 Uhr teilte ihm eine ihm unbekannte Frau mit, dass sein Bruder in ernsten Schwierigkeiten stecke.

Sein Verwandter hätte einen tödlichen Verkehrsunfall verursacht müsse dafür umgehend ins Gefängnis. Abgewendet werden könne dies nur durch die Zahlung einer Kaution.

Und die hatte es mehr als in sich: Mehr als 400.000 Euro forderte die unbekannte Frau von dem Senioren. Traurigerweise ließ sich der 92-Jährige jedoch auf die Masche ein und besorgte das Geld. Bereits gegen 17 Uhr kam es dann in der Berliner Straße in Höhe der Hausnummern 19 bis 21 zur Übergabe der Wahnsinnssumme.

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Diese befand sich fein säuberlich sortiert in einem graublauen Plastikkoffer und wurde wie vereinbart abgeholt. Doch erschien bei der Übergabe keinesfalls eine Frau. Stattdessen soll es laut Angaben des Geschädigten ein höchstens acht bis zehn Jahre alter Junge gewesen sein, der sich dem Koffer wortlos annahm und schließlich in Richtung Seemenbach davon lief.

Als der Geprellte schließlich bemerkte, dass er einem gewaltigen Betrug aufgelaufen war, kontaktierte er umgehend die Polizei.

Geldkoffer wurde wortlos entgegengenommen: Polizei sucht nach acht bis zehn Jahre alten Jungen

Den weiteren Ermittlungen hat sich nun die Wetterauer Kriminalpolizei angenommen. Sie bittet zudem potentielle Augenzeugen darum, sich mit ihnen in Verbindung zu setzen. Wer also die Geldübergabe in der Berliner Straße beobachten konnte oder Angaben zum Verbleib des Jungen oder des Plastikkoffers machen kann, sollte sich umgehend mit den Beamten in Verbindung setzen.

Auch weitere verdächtige Personen oder Fahrzeuge könnten bei der Aufklärung der Tat von Bedeutung sein. Hinweise können unter der Rufnummer 06031/6010 weitergegeben werden.

Titelfoto: 123RF/sifotography

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