Von Christine Bähr, Linda Drewanz
Lüdenscheid - Die Polizei hat nach der Einführung eines Babys aus einem Krankenhaus in Lüdenscheid (im Märkischen Kreis) eine 18-jährige Tatverdächtige festgenommen.
Hinweise sowie Videoaufnahmen führten die Beamten letztlich zu der Jugendlichen, wie die Polizei mitteilte.
"Am Sonntagnachmittag durchsuchten Polizeibeamte die Wohnung der jungen Frau, die bereits erheblich polizeilich in Erscheinung getreten ist, und nahmen sie gegen 17 Uhr vorläufig fest", heißt es weiter.
Gegen die 18-Jährige wird nun wegen Kindesentziehung und Menschenraub ermittelt.
Die als Mitarbeiterin des Krankenhauses getarnte Frau habe den Jungen am Samstagnachmittag aus einem Patientenzimmer geholt, teilte die Polizei zuvor mit.
Knapp eine Stunde nach diesem Vorfall hätten Zeuginnen und Zeugen den Jungen im Nebenraum eines Parkhauses entdeckt. Ein Rettungswagen habe ihn anschließend zurück ins Krankenhaus gefahren.
Das sieben Tage alte Baby sei weder verletzt noch überhitzt gewesen, berichtete ein Sprecher der Hagener Staatsanwaltschaft am Nachmittag. Außerdem sei es wieder zurück bei seinen Eltern.
Die Polizei habe das Parkhaus abgesperrt, um Spuren zu sichern, und begonnen, nach der Unbekannten zu fahnden, hieß es in der Pressemitteilung weiter. Über die Hintergründe wurde zunächst nichts bekannt.
Tatverdächtige soll sich mit einem blauen Kittel verkleidet haben
Zwischenzeitlich habe es jedoch zahlreiche Hinweise aus der Bevölkerung gegeben, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft.
Diese wurden - wie auch die Videoaufzeichnungen aus dem Parkhaus - ausgewertet.
Die mutmaßliche Täterin trug laut Mitteilung der Polizei einen hellblauen Kittel und gab sich als eine Mitarbeiterin des Krankenhauses aus, als sie das Baby aus einem Patientenzimmer holte.
Erstmeldung 14.33 Uhr, zuletzt aktualisiert 19.23 Uhr.