Halle (Saale) - Nach einer wilden Verfolgungsfahrt durch die Hallenser Innenstadt am Montagnachmittag werden nun erhöhte Sicherheitsmaßnahmen gefordert.
Wie die Polizei mitteilte, floh ein 45-Jähriger gegen 14.20 Uhr vor einer Polizeikontrolle. Die Streife wollte ihn demnach bei einem möglichen Drogendeal erwischen.
Von der Niemeyerstraße raste der Mann mit seinem Auto erst durch die südliche Innenstadt zur Altstadt und schließlich sogar mitten durch die Fußgängerzone in Richtung Riebeckplatz.
"Um eine Gefährdung von Passanten und Unbeteiligten zu reduzieren, brach der Funkstreifenwagen schließlich die unmittelbare Nachfahrt ab", so ein Sprecher.
Erst wenige Minuten später konnte der Wagen dann in den Straßenbahngleisen in der Franckestraße ausfindig gemacht werden. Der 45-Jährige aus Eisleben floh kurzzeitig zu Fuß weiter, wurde aber am Riebeckplatz geschnappt.
In seinen Taschen befanden sich geringe Mengen Cannabis, außerdem wirkte er laut Polizeiangaben so, als hätte er kurz zuvor Drogen konsumiert.
Noch am Montagabend konnte der Mann wieder auf freien Fuß entlassen werden, die Weiterfahrt wurde ihm aber untersagt. Gegen ihn wird nun unter anderem wegen der Gefährdung des Straßenverkehrs, Fahrens ohne Fahrerlaubnis, Fahrens unter dem Einfluss berauschender Mittel sowie eines Verstoßes gegen das Konsumcannabisgesetz ermittelt.
Nach Verfolgungsjagd durch Innenstadt: CDU fordert wirksame Zufahrtssicherungen
Die minutenlange Verfolgungsjagd durch die Hallenser Innenstadt ist nicht spurlos an der Bevölkerung vorbeigegangen. So appellierte der Vorsitzende der CDU-Stadtratsfraktion, Christoph Bernstiel (42), an den Stadtrat und forderte wirksame Zufahrtssicherungen für den Marktplatz.
"Der Vorfall zeigt erneut, dass wir das Thema Sicherheit in der Innenstadt sehr ernst nehmen müssen. Glücklicherweise wurde niemand verletzt. Es hätte jedoch auch anders ausgehen können", so Bernstiel in einem offenen Brief.
Bisher habe die Stadtverwaltung lediglich "mittelfristige bauliche Veränderungen" der Zufahrten zugesichert.
Der CDU gehe dies aber deutlich zu langsam: "Wir erwarten, dass diese Planungen nun mit Nachdruck vorangetrieben werden. Wer heute problemlos mit einem Fahrzeug in zentrale Bereiche der Fußgängerzone gelangen kann, stellt eine potenzielle Gefahr für viele Menschen dar."