Falsche Person auf brutale Weise überwältigt: Ermittlungen gegen SEK-Einheit

Von Bettina Grönewald

Aachen/Heinsberg - Die Staatsanwaltschaft Aachen hat wegen möglicher Körperverletzungs- und Amtsdelikte gegen Polizisten einer nordrhein-westfälischen Spezialeinheit Vorermittlungen eingeleitet.

Die Aachener Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen gegen eine Spezialeinheit der NRW-Polizei aufgenommen. (Symbolfoto)  © Heiko Becker/dpa

Einen entsprechenden Bericht der Wochenzeitung "Die Zeit" bestätigte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf.

Hintergrund ist die im Februar erfolgte Festnahme eines mutmaßlichen Mörders des ukrainischen Politikers Andrij Portnow (†51) am Busbahnhof von Heinsberg durch Spezialeinheiten der Polizei NRW, Beamte der Kriminalpolizei sowie spanische Polizeikräfte.

Dabei war versehentlich auch ein unbeteiligter junger Mann festgenommen worden. Bei dem Einsatz sei sein Gesicht auf den Asphalt gedrückt worden, schilderte der Betroffene der "Zeit".

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Ihm sei eine Augenmaske übergestülpt und er sei mit Kabelbindern auf dem Straßenboden fixiert worden. Bei dem Zugriff habe er Verletzungen davongetragen und kämpfe bis heute mit den psychischen Folgen der Verhaftung.

Die Schilderungen der Verhaftung decken sich laut "Zeit" mit Augenzeugen-Berichten sowie Bild- und Videomaterial. Nachdem die Verwechslung bemerkt worden sei, habe man den Unschuldigen ohne Entschuldigung oder Entschädigung gehen lassen.

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Ukraine-Politiker Andrij Portnow in Spanien auf offener Straße erschossen

Der ukrainische Politiker Andrij Portnow (†51) war am 21. Mai 2025 in einem Vorort von Madrid auf offener Straße getötet worden.  © Paul White/AP/dpa

Die Aachener Staatsanwaltschaft machte zunächst keine weiteren Angaben zu dem Vorfall oder der Person des unmittelbar Betroffenen.

Portnow war am 21. Mai 2025 in einem Vorort von Madrid auf offener Straße mit mehreren Schüssen getötet worden.

Zwischen 2010 und 2014 arbeitete er in der Ukraine als Berater und Vizechef des Präsidialamts unter dem damaligen russlandfreundlichen Präsidenten Viktor Janukowitsch.

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Nach dem Sturz von Janukowitsch 2014 lebte er zunächst im russischen Exil und kehrte kurz vor dem Wahlsieg von Wolodymyr Selenskyj 2019 in die Ukraine zurück.

Nach dem russischen Einmarsch von 2022 verließ der mehrfache Familienvater das Land wieder - diesmal gen Westen.

In den Monaten vor seinem Tod hatte er in der Ukraine vor allem durch erfolgreiche Klagen gegen Medien Aufmerksamkeit erregt, die ihn als "prorussisch" bezeichnet hatten.

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