Gewalttaten an NRW-Bahnhöfen um mehr als 100 Prozent gestiegen! Köln an der Spitze

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Von Frank Christiansen

Düsseldorf - Die Gewalt an den Bahnhöfen in Nordrhein-Westfalen hat sich innerhalb der vergangenen fünf Jahre mehr als verdoppelt.

Die meisten Gewaltdelikte werden nach wie vor am Hauptbahnhof in Köln registriert. (Symbolbild)
Die meisten Gewaltdelikte werden nach wie vor am Hauptbahnhof in Köln registriert. (Symbolbild)  © Roberto Pfeil/dpa

Das geht aus einer Auswertung des NRW-Innenministeriums für den Landtag auf AfD-Anfrage hervor. Wurden im Jahr 2020 noch 2325 Delikte registriert, waren es 2025 insgesamt 4711 Taten - das entspricht einem Anstieg um 103 Prozent.

Die Zahl der Sexualstraftaten an Bahnhöfen kletterte noch stärker von 169 Fällen im Jahr 2020 auf 442 im vergangenen Jahr (plus 162 Prozent). Insgesamt stieg die Kriminalität zwischen 2020 und 2025 um 57 Prozent von 19.380 auf 30.490 Taten.

Die gute Nachricht: Der Höhepunkt der Straftaten war mit fast 37.500 im Jahr 2023 erreicht. Seither sinkt die Kriminalität an den Bahnhöfen wieder. Das gilt auch für die Gewalt- und Sexualdelikte.

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Die Zahl der ermittelten Verdächtigen stieg vergleichsweise weniger stark: Wurden 2020 noch 10.560 Tatverdächtige erfasst, waren es im vergangenen Jahr knapp 14.000: Der Anstieg betrug damit 32 Prozent. Auch die Zahl der Verdächtigen ist seit 2023 rückläufig.

Unklar blieb, ob dieser im Vergleich zu den Straftaten geringere Anstieg auf Probleme mit Mehrfachtätern oder eine gesunkene Aufklärungsquote zurückzuführen ist.

Was steckt hinter den Zahlen?

Der Düsseldorfer Hauptbahnhof hat seinen zweiten Platz in der Gewaltstatistik an Dortmund abgegeben. (Symbolbild)
Der Düsseldorfer Hauptbahnhof hat seinen zweiten Platz in der Gewaltstatistik an Dortmund abgegeben. (Symbolbild)  © Marcel Kusch/dpa

Der Bahnhof mit den meisten registrierten Straftaten war 2020 wie 2025 der Hauptbahnhof in Köln.

Lag 2020 noch Düsseldorf auf dem zweiten Platz, gefolgt von Essen, war dies im vergangenen Jahr Dortmund, gefolgt von Düsseldorf und Essen.

Auf Platz fünf rangierte in beiden Jahren Münster, 2025 gefolgt von Gelsenkirchen, Duisburg, und Oberhausen.

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Über die Ursachen des Anstiegs gibt es nur Vermutungen: Durch die deutlich gestiegene Polizeipräsenz und verstärkte Kontrollen werden vermutlich mehr Straftaten als früher erfasst, wie eine Polizeisprecherin sagte.

In den Bahnhöfen dürften sich zudem - bedingt durch mehr Bahnreisende, mehr Verspätungen und Zugausfälle - deutlich mehr Menschen als früher aufhalten. Bundespolizei und Bahn hatten auch von mehr Angriffen auf ihre Mitarbeiter berichtet.

In der Datenbasis sind auch U- und S-Bahnhöfe enthalten.

Titelfoto: Roberto Pfeil/dpa

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