Heilbronn - Zöllner aus Heilbronn haben vergangene Woche Dienstag (27. Januar) auf der A8 bei Heimsheim (Enzkreis) zugeschlagen. Im Visier: eine luxuriöse G-Klasse von Mercedes-Benz.
An dessen Steuer saß ein 52 Jahre alter Ukrainer, auch der Offroader war in der Ukraine zugelassen.
Laut Hauptzollamt Heilbronn habe der Fahrer angegeben, seit knapp vier Jahren in Deutschland zu leben und hierzulande auch seine Brötchen zu verdienen. "Nachweisen konnte er dies mit einem gültigen Aufenthaltstitel", teilte der Zoll mit.
Blöd nur, dass die G-Klasse auf eine ukrainische Firma zugelassen war und der 52-Jährige nicht beweisen konnte, auch dort zu arbeiten. Der Ukrainer habe jedoch eine sogenannte "vorübergehende Verwendung" beanspruchen wollen. Soll heißen: Er gab an, den Benz nur kurz genutzt zu haben, ehe der Wagen wieder zurück gen Ukraine geht.
Die Zöllner glaubten dem 52-Jährigen nicht und gingen davon aus, dass die G-Klasse dauerhaft in Deutschland gefahren wird. Der Mann wurde zur Kasse gebeten.
Teures Auto, hohe Abgaben - aber Ukrainer will nicht zahlen
Einfuhrabgaben in Höhe von rund 25.000 Euro wurden fällig. Der Ukrainer sei aber nicht bereit gewesen, die hohe Summe zu bezahlen. Jetzt blieb dem Zoll nichts anderes übrig, als den Mercedes sicherzustellen.
Der 52-Jährige erhielt wiederum einen Einfuhrabgabenbescheid und die Info, dass jetzt ein Strafverfahren wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung gegen ihn eingeleitet wird.
Beim Zollverfahren der "vorübergehenden Verwendung" dürfen Waren aus anderen Ländern in die EU gebracht werden, ohne dass man alle oder überhaupt Zollgebühren zahlen muss.
Hierbei ist aber zu beachten, dass diese Waren - oder in dem Fall die G-Klasse - nur für einen bestimmten Zweck und für kurze Zeit benutzt werden dürfen und danach wieder aus der EU ausgeführt werden müssen.