Jugendamt entscheidet: Sechs verwahrloste Kinder werden vorerst von ihren Eltern getrennt
Menden - Nach der Inobhutnahme von sechs verwahrlost wirkenden Mädchen und Jungen im Sauerland haben die Ärzte alle wieder aus dem Krankenhaus entlassen.
Keines der Kinder im Alter zwischen zwei und elf Jahren müsse weiter stationär behandelt werden. "Alle Kinder sind altersgerecht entwickelt. Sie weisen keine Anzeichen für körperliche Misshandlungen auf", teilten die Stadt Menden und die ermittelnde Staatsanwaltschaft mit.
Aufgrund der Gesamtumstände habe das Jugendamt trotzdem entschieden, die drei Mädchen und drei Jungen zunächst getrennt von ihren Eltern unterzubringen.
"Weitere Maßnahmen werden nunmehr sorgfältig geprüft", teilte die Stadt mit. Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln weiter wegen des Verdachts der Kindeswohlgefährdung und des Besitzes von Betäubungsmitteln.
Ein Autofahrer hatte am Freitagnachmittag die Behörden alarmiert, weil in Menden bei klirrender Kälte ein Kleinkind leicht bekleidet und barfuß über die Straße gelaufen war.
Polizei findet Drogen in der Wohnung
Die Polizei fand in einer Wohnung auf der Lendringser Hauptstraße in einem Mehrfamilienhaus nach eigenen Angaben fünf weitere Kinder in einem verwahrlosten Zustand.
Erziehungsberechtigte befanden sich zunächst nicht in der Wohnung. Im Verlauf des Einsatzes sei die Mutter zurückgekehrt. Zu dem Vater, der eigentlich auch in der Wohnung lebt, gibt es nach Angaben der Staatsanwaltschaft bislang keinen Kontakt.
Gegen beide werde unter anderem wegen Körperverletzung durch Unterlassen ermittelt, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Einen Grund, sie in Untersuchungshaft zu nehmen, gebe es aber derzeit nicht.
Außerdem laufen Ermittlungen wegen des Besitzes von Betäubungsmitteln. Denn bei der Durchsuchung der Wohnung fanden die Beamten unter anderem Cannabis und weitere Drogen.
zuletzt aktualisiert 16.51 Uhr
Titelfoto: Markus Klümper/DPA
