Kurioser Betrug aus der Gefängniszelle: Knacki verkauft Autos, die er nie hatte, und kassiert sechsstellige Summe
Rostock - Eine dreiköpfige Bande soll in 49 Betrugsfällen rund 129.000 Euro kassiert haben. Die Älteste ist 84, der Drahtzieher sitzt seit zehn Jahren im Knast.
Wie das Kriminalkommissariat Rostock am Freitag mitteilte, führten die Beamten am Donnerstag umfangreiche Durchsuchungsmaßnahmen unter anderem in Warnemünde durch.
Der Verdacht: gewerbs- und bandenmäßiger Betrug. Die Ermittlungen werden bereits seit September 2025 geführt und richten sich gegen drei Beschuldigte. Bundesweit geht es um 49 Betrugsfälle mit einer vorläufigen Schadenssumme von rund 129.000 Euro.
Bei den Beschuldigten handelt es sich um einen 44-jährigen Mann und zwei Frauen im Alter von 56 und 84 Jahren.
Der Mann sitzt seit 2016 in einem Gefängnis und soll die Taten gemeinsam mit den Frauen begangen haben.
Nach aktuellen Erkenntnissen hat der 44-Jährige seit mindestens Februar 2023 über verschiedene Online-Plattformen Autos zum Verkauf angeboten, die er aber gar nicht besaß.
Fahrzeugdaten und Bilder soll er aus bestehenden Anzeigen ergattert haben, indem er sich als Kaufinteressent ausgegeben hat.
Geld landete auf den Konten der Frauen
Anschließend hat der Beschuldigte die Autos besonders günstig angeboten und veranlasste Interessenten dazu, Reservierungsgebühren oder gar den vollständigen Kaufpreis zu zahlen. Zu einer Übergabe der Fahrzeuge kam es logischerweise nie.
Das Geld landete nach derzeitigem Ermittlungsstand auf Konten der beiden Frauen oder wurde von sogenannte Finanzagenten an diese weitergeleitet. Laut Polizei hätten die Frauen ihren Lebensunterhalt zumindest teilweise aus den Geldern finanziert.
Die beschuldigten Frauen werden darüber hinaus verdächtigt, den 44-Jährigen bei der Tatbegehung aktiv unterstützt zu haben.
Besonders dreist: Bei umfangreichen Durchsuchungen Ende September 2025 wurden bereits zahlreiche Beweise gesammelt, die zur Zuordnung der 49 Straftaten im gesamten Bundesgebiet führten.
Die Ermittler gehen aber davon aus, dass das Trio seine mutmaßlichen Betrugshandlungen bis mindestens Juli 2026 fortgesetzt hat. Dementsprechend könnte sowohl die Zahl der Straften als auch die Schadenssumme noch ansteigen.
Gegen die 56-Jährige wurden bereits Haftbefehl und ein Vermögensarrest von 85.000 Euro vollstreckt. Die Ermittlungen dauern an.
Titelfoto: Julian Stratenschulte/dpa

