Mann kollabiert wegen unbekannter Substanz: Notfall führt Ermittler direkt zu Drogenlabor

Essen - Im Zuge eines Notfalls in Nordrhein-Westfalen ist die Polizei auf ein ganzes Drogenlabor gestoßen. Was als Rettungseinsatz begann, endete mit zwei Festnahmen.

In Essen sind Ermittler auf ein Drogenlabor gestoßen.  © Polizei Essen/ Mülheim an der Ruhr

Ausgangspunkt für den Ermittlungserfolg war ein Mann (35), der am Dienstagnachmittag in seiner Wohnung in Essen kollabierte, nachdem er ein Gefäß mit einer unbekannten Substanz fallen gelassen hatte.

Eine junge Frau (22) musste den 35-Jährigen gar reanimieren. Anschließend wählte sie den Notruf, wie die Polizei am Freitagmorgen mitteilte. Der Mann wurde ins Krankenhaus eingeliefert und schwebt nicht in Lebensgefahr.

Da die Rettungskräfte im Zuge des Einsatzes auf Indizien für die Herstellung von Betäubungsmitteln stießen, wurde auch die Polizei alarmiert. Die Beamten stellten dabei fest, dass der zusammengebrochene Mann bereits Bestandteil laufender Ermittlungen war.

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Diese Erkenntnis führte die Polizei daraufhin am Dienstagabend in die Wohnung eines 53-jährigen Komplizen im Essener Stadtteil Frohnhausen. Dort sprang den Ermittlern wahrlich ein ganzer Chemiebaukasten ins Auge.

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Die Drogenküche war gut ausgestattet. Nur die Sauberkeit ließ zu wünschen übrig.  © Polizei Essen/ Mülheim an der Ruhr

Wie in "Breaking Bad": Polizei hebt Drogenlabor in Essen aus

Überall lagerten Kanister voller gefährlicher Chemikalien.  © Polizei Essen/ Mülheim an der Ruhr

Bildaufnahmen zeigen dabei etliche Kanister voller Chemikalien, mehrere Messkolben und sogar eine Vakuumpumpe zur Erzeugung reiner Produkte. Welche Art von Drogen hier produziert wurden, war dagegen noch unklar.

Aufgrund der provisorischen Einrichtung und dem zweifelhaften Sauberkeitszustand des Labors fühlen sich Kenner automatisch an die anfängliche Meth-Kocherei von TV-Charakter "Jesse Pinkman" in der beliebten Serie "Breaking Bad" erinnert. "Heisenberg" hätte solche Zustände im Labor sicher nicht geduldet.

Sowohl der kollabierte 35-Jährige als auch der 53-jährige Drogenkoch wurden letztlich festgenommen. Ein Haftrichter ordnete für beide Tatverdächtigen U-Haft an.

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Die polizeilichen Ermittlungen laufen derweil weiter. Ebenfalls wird geprüft, ob möglicherweise noch weitere Personen an dem Drogenlabor beteiligt gewesen sind.

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