Opfer oder Täter? Auseinandersetzung im Erzgebirge wirft Fragen auf
Schwarzenberg - Am Sonntagnachmittag wurde ein 39-jähriger Mann offenbar in seiner Wohnung in Schwarzenberg (Erzgebirge) von einer Gruppe Jugendlicher angegriffen und verletzt. Doch die eigentlichen Angreifer stellten den Vorfall ganz anders dar und präsentierten eine Schreckschusswaffe - vom 39-Jährigen?
Gegen 15 Uhr wurde die Polizei von einer Zeugin in die Erzstraße gerufen.
Dort stand der 39-Jährige zuvor an seinem geparkten Auto, als er von Jugendlichen bepöbelt sein soll. Um der Konfrontation aus dem Weg zu gehen, sei er daraufhin in seine unweit entfernte Wohnung gegangen.
Wie der 39-jährige Deutsche gegenüber der Polizei berichtete, habe es kurze Zeit später an seiner Wohnungstür geklingelt, wo die Jugendlichen auf ihn warteten und unvermittelt auf ihn einschlugen und -traten.
Anschließend flüchtete die Gruppierung und ließ den Mann verletzt zurück. Rettungskräfte brachten ihn zur weiteren medizinischen Versorgung in ein Krankenhaus, wo er stationär aufgenommen wurde.
Die alarmierten Beamten konnten die Angreifer im Rahmen der Fahndungsmaßnahmen im Umfeld zunächst nicht mehr stellen.
Ausländerfeindliche Beleidigung und Bedrohung mit Schreckschusswaffe
Zwei Stunden später kam es zu einem weiteren Einsatz für die Polizei im nahegelegenen Bockauer Weg.
Dieses Mal hatte sich ein 24-Jähriger bei der Polizei gemeldet, um ebenfalls von einer Auseinandersetzung in der Erzstraße zu berichten.
Vor Ort stellte er den Beamten zwei Kinder (beide m/11, Libanesen) und einen Jugendlichen (15, Syrer) vor. Die drei sowie zwei weitere Bekannte (m/17, m/20) seien zuvor von einem unbekannten Mann zunächst ausländerfeindlich beleidigt worden.
Anschließend sei die Gruppierung dem Mann in ein Mehrfamilienhaus gefolgt, um ihn zur Rede zu stellen. Doch dort soll er sie mit einer Schreckschusswaffe bedroht haben. Einer von ihnen konnte dem 39-Jährigen die Waffe aus der Hand schlagen und mit den anderen zusammen flüchten. Die Gruppierung blieb unverletzt.
Die Einsatzkräfte erhielten von dem 24-Jährigen die besagte Pistole und stellten sie sicher.
Wie die Polizei mitteilte, handelte es sich bei dem beschriebenen Mann offenbar um den 39-Jährigen, der nun im Krankenhaus liegt.
Wie die Auseinandersetzung zwischen den beiden Parteien jedoch tatsächlich verlief, ist noch offen. Die Ermittlungen dauern derzeit noch an. "In den kommenden Tagen wird es dazu weitere Befragungen geben und sicherlich mehr Klarheit zu dem tatsächlichen Tathergang bringen", so die Polizei gegenüber TAG24.
Titelfoto: Bildmontage: Sven Gleisberg, Oliver Killig/dpa-Zentralbild/dpa

