Polizei Stuttgart zieht bittere Unfallbilanz: Hinterlässt Cannabis-Legalisierung Spuren?

Stuttgart - Die neue Verkehrsunfallbilanz für Stuttgart zeigt ein trauriges Bild für alle, die zu Fuß in der Landeshauptstadt unterwegs sind. Allein sechs Verkehrstote im Jahr 2025 waren Fußgänger.

Im Mai 2025 kam es in der Stuttgarter Innenstadt zu einem tödlichen Unfall. Das Todesopfer war ein Fußgänger, acht weitere Menschen wurden verletzt.
Im Mai 2025 kam es in der Stuttgarter Innenstadt zu einem tödlichen Unfall. Das Todesopfer war ein Fußgänger, acht weitere Menschen wurden verletzt.  © Marco Krefting/dpa

Während die Polizei insgesamt 23.371 Unfälle registrierte, was ein moderater Anstieg von knapp zwei Prozent ist, zeigt die Tiefe der Statistik ein düstereres Bild. Besonders zentral ist die Zunahme der Verkehrstoten von sieben auf neun Personen.

Sechs der Getöteten wurden Opfer von Fehlern beim Abbiegen oder an Überwegen, die durch Autofahrer verursacht wurden. Auch die Zahl der Schwerverletzten stieg um über sechs Prozent auf 205 Personen an.

Ein Trendbruch zeichnet sich im Bereich der Fahrtüchtigkeit ab. Während die Zahl der Alkoholunfälle um knapp acht Prozent sank, verzeichnete die Polizei bei den Drogenfahrten eine starke Zunahme von über 51 Prozent auf nun 71 Fälle.

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In den meisten Fällen war THC die Ursache, was die Ermittler kritisch mit der Teil-Legalisierung von Cannabis in Verbindung bringen. Michael Saur, Leiter der Verkehrspolizeiinspektion, macht deutlich, dass der erleichterte Zugang zum Konsum keineswegs zu einem verantwortungsvollen und sicherheitsbewussten Verhalten im Straßenverkehr führe.

"Weil die Gefahr von Fahrten unter THC-Einfluss überaus real bleibt, werden wir dieser Entwicklung mit weiter intensivierten Verkehrskontrollen entschlossen entgegentreten und Drogenfahrten konsequent verfolgen", so Michael Saur.

Zwei Risikogruppen besonders gefährdet

Die Zahl der Verkehrstoten und die Unfälle unter Drogeneinfluss sind nach oben geschnellt. (Symbolfoto)
Die Zahl der Verkehrstoten und die Unfälle unter Drogeneinfluss sind nach oben geschnellt. (Symbolfoto)  © Julian Stratenschulte/dpa

Abseits der Drogenfahrten bleiben klassische menschliche Fehler wie Vorfahrtsverstöße und Unachtsamkeit beim Wenden oder Abbiegen die Hauptgründe für Kollisionen im Stadtgebiet.

Auch die E-Scooter bleiben ein Sorgenkind der Verkehrsüberwachung. Hier stiegen die Unfallzahlen um über 14 Prozent, wobei die Nutzer in fast achtzig Prozent der Fälle selbst für den Unfall verantwortlich waren.

Häufig spielten hierbei Alkoholkonsum oder die unerlaubte Fahrt zu zweit eine entscheidende Rolle.

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Trotz eines Rückgangs bei den Unfällen mit Fahrrädern und motorisierten Zweirädern bleibt die Bilanz für Risikogruppen, insbesondere Kinder und Senioren, erschreckend.

Titelfoto: Marco Krefting/dpa

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