Polizeieinsatz in Landshut: Spezialkräfte nehmen Männer vor JVA fest
Von Frederick Mersi und Benedikt Zinsmeister
Landshut - Bei einem Großeinsatz der Polizei im niederbayerischen Landshut haben Spezialkräfte zwei Männer festgenommen.
Sie stehen im Verdacht, einen Plan geschmiedet zu haben, um einen verurteilten Drogenhändler zu befreien, der aus dem Gefängnis zur Behandlung in eine Landshuter Klinik gebracht worden war. Das teilte die Staatsanwaltschaft Amberg mit.
Unter den Verdächtigen befindet sich auch der 25-jährige Sohn des Häftlings.
Der 49-Jährige habe am Sonntagabend mutmaßlich einen medizinischen Notfall vorgetäuscht, um aus dem Gefängnis dorthin gebracht zu werden. Der Mann sei später wieder ins Gefängnis gebracht worden - allerdings nicht zurück in die JVA Landshut, in deren Nähe die beiden Männer am Montag aufgegriffen wurden.
Wie genau das Duo den Häftling befreien wollte, blieb zunächst unklar.
Häftling war einige Tage zuvor erneut verurteilt worden
Der Ukrainer war demnach erst Ende Juni am Landgericht Amberg zu elf Jahren Haft verurteilt worden. Das Urteil wegen bewaffneten, bandenmäßigen Drogenhandels ist laut Staatsanwaltschaft noch nicht rechtskräftig.
Allerdings war der Mann zuvor bereits am Landgericht Weiden unter anderem wegen schweren Raubs rechtskräftig zu zehn Jahren Haft verurteilt worden.
Das Duo, das den Mann mutmaßlich befreien wollte, sei in der Nähe des Gefängnisses in Landshut festgenommen worden. Einer der beiden Männer, ein 25-Jähriger, war bereits wegen des Drogenhandelsprozesses gegen den Häftling ins Visier der Ermittler geraten. Er sitzt nun, wie auch sein 23 Jahre alter mutmaßlicher Komplize, in Untersuchungshaft.
Die beiden Verdächtigen sind ukrainisch-deutscher beziehungsweise ukrainisch-ungarischer Herkunft.
Titelfoto: Marius Becker/dpa

