Von Christine Cornelius, Christof Rührmair und Benedikt Zinsmeister
Nürnberg/Satteldorf - Nach einer Verfolgungsfahrt über die A9 und 6 von Bayern nach Baden-Württemberg hat ein Polizist auf einen Kleintransporter geschossen.
Der 21 Jahre alte Mann sei mit seinem Wagen auf den Polizisten zugefahren, sagte ein Polizeisprecher im baden-württembergischen Aalen. Verletzt wurde niemand.
Am Abend gegen 19.45 Uhr war bei der Polizei die Meldung eingegangen, dass ein Kleintransporter mit französischem Kennzeichen in Schlangenlinien auf er A6 bei Nürnberg unterwegs sei.
Eine Polizeistreife versuchte, den Wagen anzuhalten - der Fahrer habe dies aber ignoriert und sei weiter Richtung Heilbronn gefahren, hieß es.
"Er ist unter Schlangenlinien und im Zickzack der Polizei davongefahren", sagte ein Sprecher. Es habe der Verdacht bestanden, dass der Mann unter dem Einfluss von Alkohol oder Betäubungsmitteln gestanden habe.
Zur Verfolgung setzte die bayerische Polizei mehrere Streifen und einen Hubschrauber ein. Kurz hinter der Landesgrenze zu Baden-Württemberg, nahe Satteldorf, wurde das Auto dann zusammen mit Streifen der baden-württembergischen Polizei gestoppt.
Fahrer fährt auf Polizisten zu: Schuss nach Verfolgungsjagd von Bayern nach Baden-Württemberg
Dabei legte der Fahrer laut Polizei aber den Rückwärtsgang ein und fuhr erneut los. Dabei soll er zunächst gegen einen hinter ihm stehenden Streifenwagen gefahren sein. Danach habe er wieder vorwärts beschleunigt und sei auf zwei auf der Straße stehende Polizisten zugefahren.
Ein Beamter habe daraufhin mehrmals auf den "Frontbereich des flüchtenden Transporters" geschossen. Auf einem Bild vom Tatort kann man sechs eingekreiste leere Patronenhülsen am Boden sehen.
In einer ersten Reaktion in der Nacht hatte die Polizei in diesem Zusammenhang von Notwehr gesprochen. Der 21-jährige Franzose hinter dem Steuer des Fluchtwagens wurde dabei nicht verletzt.
Kurz darauf, nach etwa 75 Metern, habe der Fahrer seinen Transporter eigenständig gestoppt und wurde festgenommen. Laut Polizei leistete er dabei Widerstand.
Der 21-Jährige sei dann "aufgrund einer akuten Psychose" ins Krankenhaus gebracht worden, hieß es. Insgesamt wurden zwei bayerische Polizeiautos beschädigt. Der Sachschaden beträgt etwa 10.000 Euro. Die Kriminalpolizei des Polizeipräsidiums Aalen hat die Ermittlungen aufgenommen.