Polizisten bei Demo attackiert und verletzt: Großrazzia gegen linke Szene
Von Irena Güttel und Benedikt Zinsmeister
Nürnberg - Die Polizei in Nürnberg durchsuchte nach Angriffen auf einer Demonstration die Wohnungen von mehreren Verdächtigen.
Dabei handele es sich um mutmaßliche Demonstranten aus der linken Szene, sagte ein Polizeisprecher. Sie stehen demnach im Verdacht, während Gegendemonstrationen zu einer Versammlung der Gruppe "Team Menschenrechte Nürnberg" mehrere Polizeibeamte angegriffen und acht von ihnen verletzt zu haben.
Hintergrund sind Ermittlungen wegen des Verdachts des Landfriedensbruchs bei einer Versammlung am 26. April 2025 in Nürnberg.
Bei den Durchsuchungen von 22 Wohnungen gehe es darum, Beweismittel zu sichern, sagte der Polizeisprecher. Als Orte wurden Nürnberg, Erlangen, Fürth, Hersbruck, Heroldsbach, Baiersdorf, Passau, Senden, Leipzig und Münster genannt.
Am Einsatz waren auch Kräfte des Unterstützungskommandos (USK) beteiligt.
"Die Durchsuchungen verliefen problemlos", hieß es zunächst. Später teilte die Polizei mit, Beamten hätten eine Beschuldigte nach einem Fluchtversuch vorläufig festgenommen. Zudem hätten Polizisten mögliche Beweismittel wie Kleidung und Mobiltelefone sichergestellt.
Durchsuchungen gegen linke Szene im Raum Nürnberg: Verdacht des Landfriedensbruchs
Angriffe bei Demonstration in Nürnberg: Polizei durchsucht Wohnungen
Der bayerische Verfassungsschutz beobachtet die Gruppe "Team Menschenrechte Nürnberg", weil sich deren politische Zielsetzung gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung richten könnte.
Diese ruft regelmäßig in Nürnberg zu Demonstrationen auf, an denen sich auch immer wieder Anhänger der rechtsextremen Szene beteiligen.
Bei der Versammlung im April vergangenen Jahres zogen nach Polizeiangaben zwischenzeitlich etwa 400 Teilnehmer durch die Nürnberger Innenstadt. Gegendemonstranten versuchten demnach immer wieder, zu der anderen Versammlung zu gelangen und den Demonstrationszug zu blockieren.
Dabei kam es laut der Polizei immer wieder zu Angriffen auf Polizeikräfte. Inzwischen habe man eine Reihe von Tatverdächtigen ermittelt, sagte der Polizeisprecher.
Erstmeldung 10 Uhr, zuletzt aktualisiert 16.35 Uhr
Titelfoto: NEWS5 / Ferdinand Merzbach

