Razzia bei Hells Angels: Zwei Männer nach Erpressung in U-Haft
Ludwigsburg - Am Donnerstag wurde das Vereinsheim der Hells Angels in Pforzheim durchsucht. Am Freitag hat die Polizei Details veröffentlicht. Zwei Männer sitzen wegen des Verdachts der räuberischen Erpressung in Untersuchungshaft.
Mit Spezialkräften wurden am Donnerstag zwei Männer festgenommen, die unter Verdacht stehen, von einem 40-Jährigen mehrere Tausend Euro Bargeld erpresst zu haben, teilt die Polizei mit.
Die Tatverdächtigen im Alter von 27 und 30 Jahren sollen den 40-Jährigen zweimal in Kornwestheim kontaktiert und bedroht haben. Dabei sollen sie auch ihre Zugehörigkeit zu einer Rockergruppe eingesetzt haben, um den Drohungen mehr Kraft zu verleihen.
Der 40-Jährige hat einem 37-Jährigen nach der Drohung mehrere tausend Euro übergeben. Beim zweiten Kontakt gab der Mann den Tatverdächtigen kein Geld.
Die Staatsanwaltschaft Stuttgart und die Kriminalpolizei Ludwigsburg ermittelten die drei Tatverdächtigen und erwirkten anschließend Durchsuchungsbeschlüsse und Haftbefehle gegen die zwei Hauptverdächtigen.
Bei Hausdurchsuchungen Waffen gefunden
Die Hausdurchsuchungen fanden im Enzkreis, Rems-Murr-Kreis und Ludwigsburg statt. Dabei wurden auch die Tatverdächtigen festgenommen. Außerdem wurde das Clubhaus der Rockergruppe in Pforzheim durchsucht.
Bei den Durchsuchungen wurden Schreckschusswaffen, scharfe Munitionsteile sowie verschiedene, teilweise verbotene Hieb- und Stichwaffen beschlagnahmt.
Der 37-Jährige wurde nach den polizeilichen Maßnahmen auf freien Fuß gesetzt. Der 27-Jährige und der 30-jährige Tatverdächtige wurden wegen des Verdachts der räuberischen Erpressung einem Haftrichter vorgeführt, der den Haftbefehl in Vollzug setzte. Die Männer wurden in Untersuchungshaft gebracht.
Die Kriminalpolizei ermittelt weiter zu den Hintergründen der Tat. Die Rockergruppe Hells Angels ist erst im April in das Vereinsheim gezogen.
Titelfoto: Frederic van Erichson/dpa
