Schleusungen via Telegram: Bundespolizei nimmt 30-Jährigen fest
Stuttgart/Rottenburg - Ein mutmaßlicher Schleuser, der seine Dienste wie ein legales Unternehmen über soziale Medien beworben haben soll, ist nun Ermittlern der Bundespolizei Stuttgart ins Netz gegangen.
Bei einer Wohnungsdurchsuchung in Rottenburg am Neckar wurde am Dienstag ein 30-jähriger Mann festgenommen. Zudem stellten sie neben seinem Mobiltelefon zahlreiche weitere Beweismittel sicher, die nun ausgewertet werden.
Insgesamt werfen die Ermittler der Bundespolizei Stuttgart dem syrischen Staatsangehörigen derzeit 15 Taten vor. Dabei wurden mindestens 66 Personen gewerbsmäßig über die polnische Grenze in die Bundesrepublik eingeschleust.
Laut Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Tübingen soll der Verdächtige den Messenger-Dienst Telegram nicht nur zur Organisation der Fahrten genutzt, sondern dort auch gezielt Werbung geschaltet haben.
Um neue "Kunden" zu gewinnen, platzierte der Tatverdächtige mutmaßlich Videos von erfolgreichen Schleusungen in verschiedenen Chatgruppen.
Gegen den 30-Jährigen lag bereits ein Untersuchungshaftbefehl vor, der im Rahmen des Einsatzes vollstreckt wurde. Noch am selben Tag führten die Ermittler den Mann dem Haftrichter am Amtsgericht Tübingen vor.
Der Richter setzte den Haftbefehl in Vollzug, woraufhin der Beschuldigte in die Justizvollzugsanstalt Rottenburg eingeliefert wurde. Die Ermittlungen zu weiteren Hintermännern und dem vollen Ausmaß der Taten laufen.
Titelfoto: Soeren Stache/dpa
